Schönes Wetter heute, was?

Dieses Jahr am 29.06.2017 haben die meisten von uns vermutlich nachgeschaut, ob die Skier in Schuss und die Schlittschuhkufen schön frisch geschliffen sind. Denn mit dem Zufrieren der ersten Seen war in Kürze zu rechnen. Zum gleichen Datum 2016 war es heiß, sehr heiß. Und im Stuttgarter Kessel wehte dazu auch keine erfrischende Brise. Aber wer redet schon vom Wetter? Nur Leute, die sonst nichts zu sagen haben, würde ich sagen.
„Schönes Wetter heute, was?“
„Ja, ach, bisschen schwül halt…“
„Hmmm, und zuhause?“
„Alles gut. Und selbst?“
„Könnt nicht besser klagen.“
„Na dann…schöne Grüße mal. Ich leg mich wieder hin.“

Was ich damit sagen will? Ich glaube, an dem Abend ist wirklich nicht viel Erstaunliches passiert. Es war heiß, ich habe das Haus gefunden und war mehr oder minder pünktlich. Ich habe dran gedacht,
die ordentlichen Schuhe anzuziehen, bevor ich vom Auto zum Haus rüber schwitzte. Die Nachbarschaft war, wenn ich mich recht entsinne, eher ein gehobenes, neueres Wohngebiet als eine Altstadt. Auch die Lesung verlief ohne Zwischenfälle und ich musste leider an dem Abend gleich danach wieder los. Was soll ich also sagen?

Da ziehe ich mich am besten auf die bewährten Rede-Bausteine des Mützenstudenten zurück, wenn es nicht viel zu sagen gibt:
„Danke für gehabtes Verbum!
Nicht ohne hernach…
Vivat, crescat, floreat Hilaritas!
Vivat, crescat, floreat ADB!“

Denn diese wunderbare wenngleich überhitzte Unaufgeregtheit fand bei der Burschenschaft Hilaritas in Stuttgart statt, Mitbegründer der Allgemeinen Deutschen Burschenschaft. Und allein dafür hätten sie hier eigentlich mehr verdient. Aber es war wirklich zu heiß für Kinkerlitzchen. Und Fotos habe ich auch schon wieder vergessen.

 

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Am Rhein, am Rhein…I & II

Vom 2. auf 3. Juni 2016 war ich auf Tournee. Sowas ist anstrengend. Man benötigt etwas mehr als ein Jahr, um sich wieder soweit zu erholen, dass man wieder daran denken und darüber etwas schreiben will. Heute ist es nun endlich so weit und ich stelle mich den Geistern der Vergangenheit. Man muss jedoch an solche Mammutaufgaben mit aller Rationalisierung herangehen, die sich anbietet. Sonst wird man ein Opfer der Überarbeitung und des Leistungsdrucks. Ich werde daher diese zwei Rheinachsenlesungen mit nur einem einzigen hochverdichteten Eintrag behandeln. Wenn mich nicht alles täuscht, habe ich dieses geniale Verfahren schon einmal angewandt und folglich braucht niemand sich schlecht behandelt, unterrepräsentiert, ausgegrenzt oder sonst irgendwie mimimimimi zu fühlen.

Wieso eigentlich Rheinachse? Das ist doch schon wieder so ein scheiß nationalistisches Burschiwort irgendwie, oder? Naja, erst Düsseldorf dann Bingen eben. Da kann man eindeutig von Rheinachse sprechen, auch wenn sich beide gegenseitig als auf der schäl Sick liegend betrachten dürften. Das heißt, es wäre zu vermuten, dass der gemeine Düsseldorfer über Bingen eher gar nicht nachdenkt, während der Binger an sich so dem Weinschlurf verfallen ist, dass er weder über Düsseldorf noch über sonst irgendwas nachdenkt. Aber das ist nur so eine Vermutung. Außerdem sollte ich tunlichst die Klappe halten, weil ich auch nicht den ganzen Tag und abends bei Beleuchtung am Nachdenken über Bingen, Düsseldorf oder den Sinn des Lebens bin. Manchmal denke ich noch nicht mal daran, Fotos zu machen – wie zum Beispiel in Düsseldorf beim VACC.

Ebendiese alten Coburger hatten mich nach Düsseldorf zur Lesung geladen, die in dem Lokal stattfand, in dem sich die Eltern des Organisators einstmals nach dem Umzug nach D-Dorf eine Kerze liehen und das dann deswegen und wegen seines hervorragenden Speckpfannkuchens zum Stammlokal der Familie wurde, Ja, ja…ich schrieb es ja letztes Mal: irgendwann habe ich endlich begonnen mir ein paar wenige Notizen zu den Lesungen zu machen. Ich weiß auch noch, dass die Parkplatzsuche rund um die Schinkelstraße, wo ich nächtigen durfte, schwierig war. Aber das machte mir nichts, weil ich mich die ganze Zeit freute, dass die Schinkelstraße so schön auf die Kinkelstraße reimt, in der ich in Bonn meine ersten zwei Lebensjahre verbrachte. Das verdrängt trotz Notizen fast alle anderen Erinnerungen an den Abend, wenngliech ich mich noch dunkel erinnere, dass eine gar bunt gemischte Schar aller nur erdenklichen Turner und Landser zugegen war – sogar ein mir studienheimischer Freiburger Neu-Preuße. Und außerdem weiß ich noch, dass die Herren meinen ganzen verdammten Bücherkoffer leer gekauft haben, weshalb ich dann doch am nächsten Tag nicht gemütlich nach Bingen fahren konnte, sondern erst noch für Nachschub daheim vorbei hetzen musste.

Alemannia

Turnerschaft mit Panier aber ohne CC

In Bingen erwartete mich auch eine Turnerschaft – allerdings keine des CCs. Mit den Mädels in der Turnerschaft Alemannia täte sich der eine oder andere CCler halt doch ein wenig schwer. Immerhin war die Bingener Hochschule genau zwei Tage vor der Lesung von der FH zur TH befördert worden. Daran läge es also nicht in Sachen CC… aber lassen wir das. Oder gehen wir vielleicht noch auf den dortigen Farbenbruder ein, der bei den Jung-Linken aktiv war, gerne mal im schwarzen Block mit läuft, dennoch grüne Haare hat(te) und außerdem vegan lebt? Dieses Profil fehlt im CC mit Sicherheit noch. Vielleicht wird das also doch noch was mit der Turnerschaft Alemannia im CC…

Mauer

Phantasielose Ingenieure haben auch diese Mauer senkrecht konstruiert

Jedenfalls sind das alles Ingenieure irgendeiner Art da in Bingen. Und die können ja nun gar nix einfach mal so vage im Raum stehen lassen, weil man eben sowas wie Brücken niemals „vage im Raaum“ stehen lässt.Deswegen weiß ich auch jetzt, dass es niemals eine Weißwaren-Firma namens „Pabst“ oder „Papst“ gegeben hat, dass dafür aber eine weitere Möglichkeit der Bezeichnungsherkunft des korporativen Speibeckens das sogeannte Papstspiel ist. Sieht mir ganz so aus,
als wäre das sogar wirklich die gültige Erklärung. So ist das bei Ingenieurs daheim: da werden Fakten geschaffen. Platz für Phantasie ist da nicht.

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Fränkische Demenz

Die selbst gesetzte Bedingung, dass ich mit dem Blog aufhöre, sobald ich mehr als ein Jahr im Hintertreffen bin, habe ich erfüllt. Wären da nicht ein paar einflussreiche „Burschis“, die mich dazu nötigen, trotzdem weiter zu machen, könnte ich endlich wieder mehr Serien gucken und Ego-Shooter zocken. Aber so ist das eben, wenn man sich in die Scientology-artigen Netze der Studentenverbindungen begibt. Da wird man durch schiere dumme Sprüche dazu gezwungen (!!!!), Dinge(!!) zu tun wie z.B. weiterhin und entgegen eigene Ausstiegspläne(!1!!11!!!) hier Sinnlosigkeiten ins Netz zu stellen, auf dass der Rest der Gesellschaft sich einem endgültig entfremde und man den Männern mit den bunten Mützen endgültig auf Gedeih und Verderb (!!) ausgeliefert sein möge. Wer schickt mir schnell die Nummer vom Ausstiegstelefon? Ich halte diese psychische Gewalt bald nicht mehr aus. Bald muss ich schon wieder auf so ein Haus, werde gezwungen, vorzulesen, Spaß zu haben und für lau so viel zu trinken, wie ich bestimmt nicht trinken sollte. Ist das nicht furchtbar? Man bringe mir mein Johanniskraut, einen schönen Tee und die Mobbingministerin. Das muss aufhören!

Gothen-Haus

Gothen-Haus

Spass beiseite jetzt und schnurstracks zum Ernst der Sache:
Ich war in Würzburg – und zwar am 04. Mai 2016 beim K.D.ST.V. Gothia-Würzburg. Ich glaube, man musste dort draußen rauchen. Aber immerhin auf einer sehr ansehnlichen Terrasse, wenn ich mich recht entsinne. Da, guck! Ich hab‘ alles vergessen. Vor 14 Tagen wusste ich noch jedes Detail. Aber jetzt, wo das Jahr überschritten ist, ist alles weg. Solange ich das eingehalten habe, konnte ich ja immer minutiös über jedes Detail berichten und hatte solchen zeilenschindenden Unsinn, aus dem dieser ganze Eintrag besteht, überhaupt nicht nötig. Da war alles immer voller Fakten und Detailberichte – keine Abschweifungen, kein Gedöns. Das kann keiner bestreiten.

Aber jetzt? Nach 374 Tagen? Was will man da erwarten? War bestimmt ne tolle Lesung. Und ab irgendwann 2-3 Termine später habe ich dann endlich begonnen 2-3 Notizen zu machen. Wegen dem Mobbing und so…

So, und jetzt Bilder von der Residenz. Bitte sehr!


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Wohnheimstocherig

Der Autor am Rande

Der Autor am Rande

Wenn Korporationen ca. 148-stöckige Wohn-Wolkenkratzer im Stile der Innenstadt von Shanghai betreiben, finde ich das ja gewöhnungsbedürftig. Andererseits ist der K.St.V. Rechberg Tübingen beileibe nicht der einzige Bund, der sich von dieser Strategie einen besonderen Keilerfolg verspricht – oder ist es doch bloß ein Finanzierungsmodell? Jedenfalls trifft man im Gang auf diese Weise des Öfteren hübsche Jurastudentinnen, die gerade vom Repetitorium in den Seminarräumen der unteren Stockwerke in ihre Zimmer auf den oberen Stockwerken unterwegs sind. Manchmal trifft man sie sogar im Bad. Ob man das jetzt toll finden soll oder nicht liegt an ganz vielen verschiedenen Parametern, die hier nicht näher erläutert werden sollen. Kurz gesagt: das ist ein ziemlich hohes, große, modernes Haus, das sich diese KVer da an einen Berghang gesetzt haben, der selber nicht zum Rechberg gehört, weil der nämlich woanders zu sein scheint und womit das Letztere auch wieder gar nicht – wie angekündigt – kurz gesagt war.

Später dann voller

Später dann voller

Irgendwas muss es ja aber auch sonst noch über die Lesung am 21. April 2016 zu sagen geben…? Das ist mit Sicherheit richtig. Wer aber nun das Datum betrachtet, der merkt auf und stellt sogleich fest: „Aha, die Jahresfrist ist um ein Haar überschritten. Der Autor muss heute bloggen, ob er will oder nicht.“ Und dem kann der Autor, der gerade erst aus dem Elsass zurückkehrt, nicht widersprechen. Kalt hatte es ihn erwischt, dass es am 21.04. höchste Eisenbahn würde und dennoch blieben seine Versuche, per mobilem Device und heutzutage allgegenwärtigem WiFi aus dem französisch-deutschen Grenzland heraus über Tübingen zu bloggen, allzeit halbherzig. Nunmehr an den heimischen Rechner zurückgekehrt, bemerkt er mit Schrecken das Fehlen jeglicher Notizen über den Abend im Schwäbischen. Da man ihn außerdem bereits zum mindestens dritten Male zur Lesung in die schnuckelige alte Universitätsstadt am Neckar (immer noch Tübingen, nicht Heidelberg) gerufen hatte, verschwimmen in seinem alkoholzerfressenen Gehirn abermals die Bilder. Wen traf er doch gleich unerwartet bei dieser Lesung? War da nicht ein Sänger anwesend? Was gab es zum Frühstück? Hatte er (der Autor) viel getrunken? Unser Held, der Autor, jedoch verzagt nicht, sieht keinen Grund zur Schreibblockade. Er macht es einfach wie immer und schreibt das, was ihm gerade in den Sinn kommt. Und wenn einer sich darob verwundern solle oder dumm früge, was der Sinn der Fingerübung sei, dann würde der Autor ihm entgegen: „Hää, Pfeffi?“

Stocherpflicht

Stocherpflicht

Abgesehen vom bisherigen Gesummsabbel möge einfach das Bildmaterial für sich sprechen. Man kann die wichtigsten Details eindeutig erkennen: großes Haus, Autor, Stühle Stocherkahn. Und ja,
auf den Stühlen saßen später Menschen. Aber Fotos von solchen kann man ja sowieso nicht ungefragt ins Internet stellen, weil sie sonst beraubt, gehänselt oder entführt werden könnten, oder…warum darf man das doch gleich nicht? Jedenfalls war die Lesung bestimmt gut. Woher soll ich das andererseits auch wissen? Ich war ja sozusagen gar nicht dabei (siehe oben) oder wenn, dann auf der irgendwie falschen Seite, um das zu beurteilen. Dass man in Tübingen so eine gewisse Mindestanzahl Stocherkähne vor der Tür liegen hat, das fand ich auf jeden Fall gut. So viel weiß ich noch…

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Fuxenaufstellung

Stadionlesung

Stadionlesung

Der 25. Januar 2016 war leider ein Montag. War das wirklich ein Montag? Wie kam es eigentlich dazu? Ich glaube, das war eine Verlegung von einem besser geeigneten Tag im Dezember 2015. Aber letzten Endes las ich beim V.K.D.St. Hasso – Rhenania Mainz tatsächlich an einem Montag. Und das hieß dann aus dem Büro ins Auto, auf die Autobahn, ab nach Mainz, Parkplatz suchen, aussteigen, linker Fuß, rechter Fuß, letzteres oft genug wiederholen, Ding-Dong, „Guten Abend, Hohage, Guilemia…“ usw. Nur hieß das dann eher weniger oft sowas wie „Hängt!“ oder „Sauf, Du Schmutz!“ oder auch einfach nur „Prost!“, denn der feine Herr Autor benötigt neben den Millionen, die er mit dem Buch scheffelt, noch einen Vollzeitnebenjob, um sich sein Leben in Saus und Braus zu ermöglichen. Zu „Saus und Braus“ siehe verschiedene Bilddokumente in diversen anderen Beiträgen zu diesem Blog.

Füxe

Selbst ausgestopft soll man Füxe nicht unbeobachtet lassen…

Hinzu kommt dann auch noch, dass sich so ein alternder Autor trotz (oder wegen?) fehlenden oder zumindest nicht weiter erwähnenswerten Trunkes an einen stressigen Bürotag mit anschließender Lesung ein Jahr später nur noch durch die Fotos erinnert, die er gemacht hat. Das stimmt zwar nicht ganz, aber so Details wie „Haus geräumig, aber irgendwie düster gelegen“ klingen einfach nicht gut und mögen auch subjektive Momentaufnahmen eines unvorteilhaft schneematschigen Abends sein. Drinnen war’s jedenfalls ganz hübsch. Und ich meine mich zu erinnern, dass irgendwer da war, der irgendwen kannte, den ich auch kannte. Irgendwen Unerwartetes. Aber das sind auch solche Anekdoten, die selbst mit Namen nicht gar so spannend sind und ohne Namen erst recht nicht. Also vielleicht nächstes Mal wieder an einem Donnerstag oder Freitag? Da hat mein Hirn meist mehr Kapazitäten frei. 

Die wunderbare Fuxenaufstellung habe ich hingegen zum Glück fotografisch dokumentiert. Man möchte fast titeln „Ja, komm, noch ein bisschen tiefer…guuut machst du das…jaaa…“. Und sowas bei Katholiken! Man möchte fast sagen… aber lassen wir das.

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Sie vermehren sich durch Zellteilung

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Für mich ganz egozentriert persönlich war das wichtigste an der Reise nach Aachen am 23. Januar 2016, dass es die erste längere Fahrt mit dem neuen Czech-Mobil war. Wenn wir aber nach allen gängigen Klischees gehen, dann hätte das die von mir zwecks Lesung besuchte Akademische Damenverbindung Laetitia zu Aachen selbst dann nicht interessiert, wenn es ihr und nicht mein neues Czech-Mobil gewesen wäre. Außerdem ist es natürlich meinerseits über die Maßen unverschämt, ein Auto an diesem Tag für wichtiger zu erachten als die Schar charmanter Damen, die mich nach Aachen eingeladen hatte. Und natürlich hatte ich das Auto sofort vergessen, als ich der Grazien ansichtig wurde… So jedenfalls mein kläglicher Versuch, den Einstieg mit dem Auto wieder gut zu machen. Weiter im Text.

Und wieder lebt der Autor in Saus und Braus

Und wieder lebt der Autor in Saus und Braus

Heißen Grazien eigentlich Eva? Oder wie heißen Grazien? Mythologisch ganz streng genommen heißen sie nicht Eva sondern Euphrosyne, Thalia und Aglaia. In Aachen muss es sich also doch eher um Nymphen oder Sirenen gehandelt haben, die wesentlich polynymer auftreten als die nur genau drei graziösen Töchter des Zeus und der Eurynome. 80-90% der Damen bei der ADV Laetitia hören nämlich auf den Namen Eva. Woher das kommt, weiß niemand so genau. Ist aber keine Fake News. War zumindest im Januar 2016 so. Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass „Laetitia“ weder Grazien- noch Nymphen- noch Sirenen-Name ist, sondern „Freude, Fröhlichkeit“ bedeutet und der Name einer als „eher unbedeutend“ klassifizierten römischen Göttin ist. Was übrigens bei näherer Betrachtung gewisse Zweifel an der angeblich so ausschweifenden Lebensfreude der damaligen Stiefelbewohner aufkommen lässt, wenn sie der „Freude, Fröhlichkeit“ nur göttlichen Komparsenstatus zukommen ließen. Aber sei’s drum – weiter mit Freude und Fröhlichkeit.

Auf eine gewisse Art fröhlich stimmte mich sogleich die Wohnsituation der ADV Laetitia. Denn diese teilt sich das Haus sozusagen (Details sind mir zu langwierig) mit dem K.St.V. Alania-Breslau – und sowas hätte es ja wohl früher nicht gegeben, Herrschaftszeiten!! Aber zum Glück ist ja nicht mehr „früher“, auch wenn das der eine oder andere Leser dieses Blogs vermutlich anders sieht, und so spricht natürlich gar nichts dagegen, dass sich die fröhlichen Damen mit den katholischen Jungs eine Bude teilen. Ob und wie intensiv sie sich dabei auch durch Zellteilung dem personellen Erhalt des Verbindungswesens widmen, vermag ich nicht zu beurteilen.
(Anmerkung der Redaktion: Ja, das mit der „Zellteilung“ ist aus einem der urältesten Witze geklaut: „Wie vermehren sich Nonnen und Mönche?“ …)

Na, und dann hab ich halt vorgelesen. Wie immer. Voll spannend, oder? Na gut, nicht ganz wie immer, sondern wie manchmal auch mit ein paar Texten aus den Poetry Slam Aktivitäten dabei, weil das so gewünscht war – zum Beispiel darüber, dass Sitzen ja das neue Rauchen ist und was das für die Gastronomie bedeutet. Aber letztlich lese ich ja dann immer früher oder später vor, und deswegen ist das ist nicht so spannend. Also, wenn ich vorlese ist das natürlich total spannend, nur jetzt darüber erzählen ist es halt nicht. Deswegen fragen wir uns doch lieber, was noch besonders war. Den schwarzen Burschenschafter namens Moses, den ich an dem Abend kennen lernte, mögen manche als Besonderheit betrachten. Andererseits könnte man das auch als selbstverständlich und nicht weiter erwähnenswert sehen, weil erst dann die Welt eine wäre, die… aber lassen wird das besser kurz vor der Trump-Präsidentschaft und kurz nach der Höcke-Rede. Im gleichen Sinne wäre es genauso erwähnenswert wie völlig selbstverständlich, dass die Dame, die den in Aachen gepflegten Mitternachtsschrei leitete, erstens dies sehr souverän tat und zweitens hernach ebenso souverän ein paar männlichen Korporierten demonstrierte, wie man so einen Bierjungen richtig trinkt. Schließen wir vielleicht das ganze noch mit dem hervorragenden arabischen Brunch am nächsten Morgen ab, dann hört bestimmt die letzte Nationalbuxe schon HIER auf zu lesen, obwohl HIER sowieso fertig ist – also HIER.

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Dispens von der Dimissio

Haus und Wetter

Haus und Wetter verlangen nach schwarzweißer Darstellung

Es war kalt im Januar 2016, was vermutlich daran lag, dass es Januar war. Aber wer weiß das heutzutage schon so genau. Jedenfalls besagt meine Erinnerung, dass es kalt war in Erlangen am 14.01.2016, wenngleich Herr Wermelsgruber-Hansen, der von mir soeben eigens erfundene notorische Erlanger Wetterdatensammler, etwas ganz anderes behaupten mag. Aber dass es Januar war, bin ich mir sicher und dass es Erlangen war auch. Dort sollte ich also trotz der sibirischen Kälte, die Herr Wermelsgruber-Hansen vermutlich mit einem achselzuckenden „Och, naja…“ den transfaktischen Legenden zuordnen würde, auf dem Hause der Christlichen Studentenverbindung Uttenruthia – im Nest der Uhus quasi – eine Lesung aus dem Buche halten. Wohlan!

Ich bin mir fast sicher, dass Uttenreuther bei der Lesung zugegen gewesen sein müssen. Vermutlich sogar mehr als eine Handvoll. Man sollte geradezu damit rechnen, dass dem so war. Man könnte das mindestens „erwartbar“ nennen. Jedoch verblasst eben dieses Erwartbare in der Erinnerung allzu schnell hinter dem Überraschenden, von dem es sich auch viel spannender erzählt. Zu ebendiesem möchte ich dann nunmehr kommen.

  1. Anwesend war ein gewisser Farbenbruder, der dafür berühmt oder auch berüchtigt ist, gelegentlich nur mit einer Decke als Beinkleid gesichtet zu werden. Das hat mich gefreut. Denn ich hatte nicht damit gerechnet und mit dem jungen Herren redet sich erfrischend gut dummes Zeug.
  2. Mit einem weiteren jungen Herrn geriet ich ins Gespräch, der sich als Corpsstudent entpuppte – aus Ansbach, wenn ich mich nicht irre. Aber vermutlich ist das schon viel zu eindeutig und deswegen vergessen wir einfach alle wieder, dass ich einen Ort genannt habe. Jedenfalls ist für mich schon jedes Mal überraschend, wenn ich Currys auf Häusern treffe, in denen Betbuxen hausen. Aber es geht noch weiter, denn…
  3. …der werte Waffenbruder gab an, sich eigentlich zu dieser Zeit in einer Dimissio zu befinden. Von dieser habe er einen Dispens erwirkt, nur um zu MEINER Lesung kommen zu können. Da fühlt man sich doch gleich von einem Dutzend Eichhörnchenschweife gebauchpinselt. Oder wie ging diese alte serbokroatische Redensart doch gleich? 
  4. In Begleitung des Vorgenannten fand sich ein junger Herr vom Wingolf, was ja wiederum schon allein ob der Dachverbandskombination dem Frosch die Krone ins Gesicht prügelt.
  5. Es soll besagter Corpsstudent doch tatsächlich mindestens einmal pro Woche halbfreiwillig beim Wingolf nächtigen, da er gerne dort dem zügellosen Trunke zuspricht. Das scheint mir nun allerdings endgültig bei einem Corpsier so dermaßen unwahrscheinlich, dass wir die ganze Geschichte einfach wieder zu den Akten legen, sie mit dem „Fake News“-Stempel versehen und im Fach mit der Aufschrift „Post- und transfaktischer Firlefanz“ ablegen.
  6. Desweiteren war ein lieber Kollege aus den Breiten des Poetry Slam anwesend. Das hat mich wiederum gefreut, weil besagte Breiten – gelinde gesagt – zu den eher korporationskritischen Gewässern gehören. Und wenn da mal einer sein Näschen über den Tellerrand streckt und auch nicht gleich Flaschen voll Benzin mitbringt, dann ist trotz Donald Trump, Vladimir Putin und Markus Lanz vielleicht doch noch ein kleines bisschen Hoffnung für die Welt.

Jedenfalls war’s nett in Erlangen, einer Stadt, über die es ja viel Wissenswertes geben soll.

 

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