Heiß, heiß, heiß…

Abends heiß

Abends heiß

oh, Baby, heiß! So war das am 04.07.2015, als mich die Landsmannschaft Hasso-Borussia bereits zum zweiten Mal seit Erscheinen des Buches zur Lesung geladen hatte. Das Quecksilber zeigte (total neue, super hippe Formulierung) 49° im Schatten und um jeden, der zu lang an der selben Stelle stand, bildete sich binnen weniger Minuten ein kleiner Salzsee. Manch einer, so auch der Autor persönlich, ließ bis kurz vor Beginn der eigentlichen Veranstaltung das Hemd offen stehen und gewährte Einblick auf Feinripp (Das wäre ein toller NDW-Titel gewesen: „Einblick auf Feinripp“ nach verlinkter Weise). Daran störte sich kaum jemand – vor allem weil im Vergleich zur Lesung im Herbst 2012, die den Kneipsaal der Hasso-Borussia gut gefüllt hatte (und das will schon was heißen), nicht gar so viel los war. Aber wer würde das bei 51° im Schatten auch anders erwarten? 

Es mag aber auch daran gelegen haben, dass wenige Meter weiter bei 53° im Schatten das Ketzerbach-Fest tobte. Das kann es eigentlich nur gewesen sein, wenn wir mal ausnahmsweise ausschließen, dass entweder rechte Burschenschaften oder linke Zecken daran schuld gewesen sein könnten, obwohl eine der beiden genannten Parteien sonst eigentlich an allem Schuld ist. Na gut, vielleicht nicht an allem, aber mindestens am Klimawandel, der allgemeinen Verzeckung, der allgemeinen Verrechtsung, der letzten Versuchung, dem ZDF und an der kleinen Macke im Gartentor von Herrn Gruber-Semmelsburger aus Niederaula.

Morgens auch heiß

Morgens auch heiß

Trotz der 55° ging das mit der Lesung dann aber irgendwie. Es wurden kalte Fußbäder gereicht und ich behalf mir beim Lesen mit den mitgebrachten Frottee-Schweißbändern, die ich aus den 80ern rüber gerettet habe. Ein hübsches Bild ist das jedenfalls, wenn man von den allgegenwärtigen Schweißflecken absieht. Aber in Wirklichkeit war es natürlich ganz anders als uns der wie immer vor sich hin fabulierende Autor glauben machen will. Trotzdem ging es später noch bei 57° (ja, es wurde am späteren Abend immer heißer) zum Ketzerbach-Fest und alles insgesamt war irgendwie marburgsch und recht hübsch. Nur als ich am nächsten Morgen bei 59° bergan zum Parkplatz beim Wingolf stieg und mich des Hemdes entledigen musste, auf dass ich beim Fahrzeuge ankommend noch ein trockenes ebensolches haben möge, dachte ich an diesen musikalischen Kommentar zur Szene.

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Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind, andere gibt’s nicht.

Ja, ich war mal wieder katholisch unterwegs – und zwar letztes Jahr im Juni 2015. Den knapp einjährigen Abstand der Blogeinträge zu den Lesungen habe ich inzwischen zu einer liebenswerten Tradition erklärt. Solche Verschleppungen wäre vermutlich den diversen hochdotierten Mitgliedern des Katholische Studentenvereins Arminia nicht passiert. Obwohl das Zitat im Titel, das von einem dieser honorigen Arminen stammt, ein gewisses Verständnis für die Schwächen der Menschen ausdrückt. Wenn ich mich allerdings an andere Anekdoten über Konrad Adenauer erinnere, dann wird er das wohl vor allem eingesetzt haben, um seine eigenen Schrullen und Unberechenbarkeiten zu entschuldigen…

Brüning, Kiesinger, Adenauer, Marx, Hertling und unten Carl Gielen (ehem. Domprobst zu Köln, wenn ich mich nicht irre)

Brüning, Kiesinger, Adenauer, Marx, Hertling und unten Carl Gielen (ehem. Domprobst zu Köln, wenn ich mich nicht irre)

Da im Bild ganz oben das ist er übrigens, der Konrad. Und um ihn herum hängen noch so ein paar, die man schon mal gesehen zu haben meint und damit auch Recht haben könnte. Das waren noch Zeiten, als das mit der Seilschafterei der deutschen Korporationen noch fast so gut funktionierte, wie heutzutage in Österreich immer noch besser. Damals hätte ich noch problemlos Bischof oder Papst werden können, jawoll.  Nur ein klitzekleines Bisschen katholischer, als ich das bin, hätte ich dafür sein müssen. Aber heutzutage ist das ja alles nicht mehr so einfach nur über Verbindungen und Beziehungen. Da gibt’s ja kaum noch wen aus diesen Kaderschmieden in der Politik, wenn man mal von Schäuble, Ramsauer, Schilly (ehem.), Strobl, Geißler, Kinkel, Friedrich, Vogel, etc. absieht. Jedenfalls ist nicht das ganze deutsche Kabinett korporiert, so wie in Österreich das komplette männliche Kabinett mit nur 1-2 Ausnahmen. Aber das ist alles völlig unfundiert zusammengeschreibselt, gar nicht Thema des Eintrags und außerdem kann man sich genauso gut über gute Beziehungen zu Terroristen und subversiven Rock-and-Rollern in die Bundespolitik hocharbeiten (finde die Schnittmenge zu den vorigen und unterstreiche den Namen in Deiner Lieblingsfarbe!), also was soll’s.

Hatte ich überhaupt schon erwähnt, dass ich selber in Bonn geboren wurde, und dass Bundespräsident Heinemann (der von den Briefmarken) mir mal den Kopf gestreichelt hat, nachdem ich – gerade zweijährig – seinen Personenschutz überwältigt hatte? Vermutlich wurde es mit meiner politischen Karriere hernach nichts, weil ich mich bis heute frage, ob ich mich mit dieser Aktion bei den konservativen Seilschaften oder eher bei den jungen Rebellen einsortiert hatte. Immer noch die beiden Pole, zwischen denen ich schwanke. Nur, dass wir das „jung“ so langsam aus der Betrachtung streichen müssen. Aber darum ging es eigentlich auch nicht.

Eigentlich will ich natürlich von der Lesung berichten. Aber eigentlich will ich das auch gar nicht, weil die Lesungen letztlich doch immer ähnlich verlaufen, und ich mir die besonders intelligenten Zwischenrufe meistens sowieso nicht bis zum nächsten Tag merken kann. Es war nett, es war lustig und die Zwischenrufe waren bestimmt auch toll. Also gibt’s wie immer belangloses Drumherum mit abruptem Ende. Zum Beispiel habe ich eine tolle Hausführung erhalten, sonst hätte ich ja auch die hübschen Bilder von den Bildern vom Adenauer nicht. Außerdem gibt es im Keller der Arminen sogar eine Kegelbahn.

Katholische Kegelbahn

Katholische Kegelbahn

So einer Kegelbahn lässt sich dann auch eigentlich nichts mehr hinzufügen. Deswegen – Achtung – jetzt:
abruptes Ende.

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Blut im Rücken

Auch in Nürnberg bereitet man sich Ende November bereits auf Weihnachten vor

Auch in Nürnberg bereitet man sich Ende November bereits auf Weihnachten vor

Am Tag direkt nach der Weihnachtsmarktlesung in Passau durfte ich mich davon überzeugen, dass es auch in Nürnberg eine Burschenschaft im Schwarzburgbund gibt. Ganz extrem genau genommen die „Die Burschenschaft Teutonia im Schwarzburgbund an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Sitz Nürnberg)“. Das Problem an solchen Terminplänen, die man manchmal etwas inexakt als „Doubleheader“ bezeichnet, ist, dass die Bilder verschwimmen – vor allem bei konstanter mittelmäßiger Alkoholisierung und einem knappen Jahr zeitlichen Abstands. Deswegen werden sich die lieben Nürnberger Teutonen mit einem kurzen Eintrag in diesem hinterher hinkenden Logbuch begnügen müssen, der nicht allzu viel mit ihnen oder dem Lesungsabend vom 28.11.2014 auf ihrem Haus zu tun hat. 

Erinnerlich geblieben ist mir vor allem der nächtliche Fußweg entlang der Auen des „Wöhrder See“ (nicht zu verwechseln mit dem „Wörthersee“, wie selbst Wikipedia schreibt), den die aufgestaute Pegnitz im Osten Nürnbergs bildet. Ein herrliches Gelände für Flaneure, Jogger, Hundehaufen, Gelegenheitsvergewaltiger und vermutlich auch Insektenaufzucht. Zu Erstern gehörte ich, Zweitere liefen in Massen umher, Vorletztere blieben bei meinem Anblick im Gebüsch und für Letztere war es im November zum Glück bereits zu kalt. Aber das war eigentlich schon das Ende des Abends und der nächste Morgen, an dem ich mein Auto wieder aus der Nachbarschaft der Teutonia zurückholen musste.

Garagentorwappen

Garagentorwappen

Bei Teutonia selbst habe ich, glaube ich, mein erstes Garagentorwappen gesehen. Und ich bitte darum, mir nun NICHT sämtliche bewappten Garagentore der Republik fotografisch zuzusenden, um mir klar zu machen, wie bemitleidenswert garagentowappenblind ich bisher durchs Leben gestolpert sei. Sollte das doch passiern, erkläre ich die Sache im Nachhinein zum Preisausschreiben, schließe den Rechtsweg im Vorhinein aus, behalte den Preis und setze meine Aufwände von der Steuer ab. Der Einsendeschluss ist übrigens der 26.10.1985, woraus man ein weiteres Preisausschreiben machen könnte, wenn die Lösung nicht kürzlich so entsetzlich breit getreten worden wäre.

Teutonenhaus

Teutonenhaus

Warum heißt denn der Eintrag aber nun „Blut im Rücken“? Hat das was mit der Dolchstoßlegende zu tun? Handelt es sich um eine schlimme Fehlbildung? Oder um eine schreckliche Verwechslung? Weit gefehlt. Der Fachmann mag es ahnen, dem Laien wird es unbegreiflich bleiben: es handelt sich um eine beim Bierjungen angewendete Technik, die mir in der Perfektion, wie ich sie in Nürnberg beobachten durfte, gleichermaßen unbekannt war wie bewappte Garagentore. Man gießt bei dieser Technik so viel Bier an den eigenen Mundwinklen vorbei, während man den Kopf extrem weit in den Nacken wirft, dass einem der Hemdrücken nach zügiger Leerung des Gemäßes bis zur Arschritze durchnässt sei. Unaufmerksame Bierspektanten mögen dies erst bemerken, wenn der Bierpaukant den Ort des Skandals verlässt oder ihnen anderweitig den Rücken zudreht, da die klassisschen „Blutspuren“ auf der Hemdbrust weitestgehend ausbleiben. 

Na, denn prost! 

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Bibeln bitte nur im Nebenraum werfen!

St. Stephan

Dom zu Passau

Ich veröffentliche diesen Blogeintrag wenige Tage nach den Angriffen in Paris. Zu tun hat dieser Blogeintrag mit den Attentaten und allen von ihnen ausgelösten Gedanken und Gefühlen rein gar nichts. Es war nur einfach höchste Zeit, das Blog fortzusetzen, und der Text war schon seit über einer Woche fast fertig. Einzig und allein das letzte Wort dieses Eintrags, auch wenn es sich hier aus gänzlich anderem Kontext ableitet, möchte ich gleichzeitig auf die Pariser Attentate beziehen.

Passau ist so eine Stadt, über die man sich auf jeden Fall im Vorfeld informieren sollte. Sonst steht man nämlich plötzlich zwischen diesen zwei Flüssen, stellt fest, dass es eigentlich drei sind, weiß nur, dass einer die Donau sein muss und wundert sich außerdem, dass eine so eindeutig alte Stadt eine eindeutig nicht allzu alte Uni hat. Letzteres gilt natürlich gleichermaßen für z.B. Konstanz und Ulm, aber das hatten wir hier teilweise erstens schon und zweitens weiß das geneigte LeserX das sowieso alles selber. Drittens werden Leser im weiteren Verlauf wegen ansonsten auftretender morphosyntaktischer Komplikationen unter dem generischen Maskulinum subsummiert.

Lesung oder Heavy Metal

Lesung oder Heavy Metal?

Trotzdem ist es in Passau natürlich recht hübsch. Vor allem wenn am 27.11. schon Weihnachtsmarkt ist, es deswegen überall Bratwurst gibt, mit der sich ein fahrender Autor verpflegen kann, und für den Abend diverse hochkarätige Kulturveranstaltungen zur Auswahl stehen. Nun, nicht wirklich zur Auswahl, denn zur eigenen Lesung sollte man wohl erscheinen. Das ist nicht ganz aber fast so verpflichtend wie das Erscheinen zur eigenen Geburt und Beerdigung und trägt außerdem entscheidend zum Gelingen der Veranstaltung bei. Ist auch nicht so schlimm, denn wenn ich ehrlich bin, mag ich die Variante von Heavy Metal, die nach dem Gewicht der metallenen Blasinstrumente benannt ist, nicht gar so sehr und erfreue mich am Weihnachtsmarkt ohne diese Beschallung vermutlich mehr als mit ihr. Auf jeden Fall ist es in Passau recht kuschelig, und die anderen beiden Flüsse heißen natürlich Inn und Ilz. Nur die Orientierung, welcher Donau und welcher Inn ist fällt dem flüchtigen Besucher manchmal schwer.

Flut

Zu einem Drittel ständig überflutet

Andererseits ist so eine zwischen Inn und Donau eingepferchte Altstadt, die zu einem Drittel ständig überflutet ist und zu einem anderen Drittel aus Dom und Weihnachtsmarkt besteht in ihrem verbleibenden Drittel natürlich ziemlich verwinkelt. Da ist so ein CV, selbst wenn er die einzige von 2-3 Korporationen der Stadt ist, in seinem Winkel zwischen Inn und Domnebenbauten gar nicht so leicht zu finden. Eigentlich besteht sogar die ganze Altstadt aus Domnebenbauten – mal abgesehen vom Dom an sich. Jedenfalls war ich so lange umher geirrt, bevor ich den K.D.St.V. Oeno-Danubia endlich fand, dass aus dem einen klemmenden Rad am Rollköfferchen mit den Büchern durch Abrieb auf dem Kopfsteinpflaster ein halbes klemmendes Rad geworden war.

im WInkel

Gefunden!

Ob es nun den Aktiven der Oeno-Danubia ähnlich ergangen war wie mir, und sie ihr eigenes Haus nicht gefunden hatten, weiß ich nicht. Jedenfalls fand die Lesung in netter aber eben sehr überschaubarer Runde am kleinen Kneiptisch mit Kerzenleuchter statt. Passau ist eben doch eine eher wenig korporationslastige Stadt. Eine, in der es auch mal vorkommt, dass gegen späteren Abend ein Corpsstudent beim CV vorbei schaut, was anderswo nahezu undenkbar wäre. Aber in Passau braucht der Curry hin und wieder ein paar CVer und einen zugereisten Sänger, auf dass sie ihm andächtig bei seinen Geschichten von doppelten Kastenjungen lauschen mögen. Der CVer mag sich bei solchen Gelegenheiten fragen, wie viele Todsünden man eigentlich durch Trinken eines Kastenjungens begeht. Der Sänger fragt sich schlicht und ganz in der Stille: „Warum?“

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Natalie und Tamara

Es war einmal ein gar nicht mehr so junger und dennoch ungestümer Autor, der schrieb ein Buch über „so Mützenstudenten“. Dabei recherchierte er zum einen oder anderen Thema ein klein wenig, verließ sich aber vor allem darauf, dass er ja selber so ein Spaßvogel mit buntem Hut sei und das schon alles noch richtig in Erinnerung hätte. Unter anderem erinnerte er sich daran, dass seine Freundin Natalie (Name von der Red. geändert) einmal ein Zimmer auf dem Haus des VDSt Freiburg hatte (um den es hier NICHT geht). Somit war klar, gebongt und ausgemachte Sache, dass der VDSt ein gemischter Verein ist. Da muss man gar nichts mehr nachschlagen… 

Als hundertprozentig korrekt stellte sich diese Schlussfolgerung letztlich allerdings nicht heraus. Natalie hatte dort nur vorübergehend wohnen dürfen, weil man die Zimmer für (ausschließlich männliche) Aktive auf dem Haus in dem Semester nun partout nicht an den Mann bringen konnte und deswegen an die Frau brachte, bevor einem auch noch finanzieller Schaden entstünde – oder gar auch aus schierer Großherzigkeit gegenüber dem studentischen Volke draußen vor der Türe, dem es an Wohnraum bitterlich mangelte.
So ist der VDSt also an meiner Fehlwahrnehmung eindeutig selber schuld. Man soll halt entweder Frauen aufnehmen oder wenn nicht, dann am besten gar keine ins Haus lassen. Höchstens zu so ein bis zwei Anlässen im Semester, über die ich mich jetzt nicht näher auslasse, weil sich dann nur die einen auf die Schenkel klopfen, weil sie dat Spässken falsch rum verstehen und die anderen gleich wieder schreien „Siehste, die Burschis, die scheiß patriarchalischen Spinner…“, weil sie dat Spässeken auch falschrum verstanden haben und…boah, ist mir echt zu doof. Denkt Euch einfach selber was aus! <= (Anmerkung des Imperators: im Gengensatz zu vielen anderen Vorkommen, gehört dieses Zeichen hier tatsächlich hin.)

Jedenfalls stand das dann so im Buch bzw. in seinem Anhang, und ein knappes Dutzend aufmerksamer Leser wies mich darauf hin – die meisten von ihnen selber beim VDSt. Irgendwann konnte ich nicht umhin, dem VVDSt ein Lesungssondermodell mit Seitenairbags, Neoprenscheinwerfern und Panoramaschiebedach ohne Aufpreis anzubieten. Darauf fielen dann tatsächlich auch ein paar dieser sonst gar nicht allzu unsympathischen Bünde herein und luden mich zur Lesung. Das war dann z.B. der VDSt zu Erlangen (um den es hier eigentlich geht), bei dem ich mich am 03.07.2014 einfand, um den Farbenbrüdern mitzuteilen, dass Lesungen gar keine Scheindächer und Schiebewerfer noch Seitenluftbeutel haben. Ha! <= (hier auch…wobei man natürlich auch von überhaupt jeder Behauptung behaupten könnte, sie sei eine besonders nachdrückliche! So zum Beispiel von Behauptungen wie „Tamara’s Nail’s and more!“)

Blendwerk

Blendwerk

Dafür hatten die nach der Lesung selbstgebrannten Was-weiß-denn-ich-o-Vitzka in der Plastikflasche aus den Importbeständen eines osteuropäischen Bundesbruders. Damit haben sie sich dann an mir gerächt – für die Verleumdung, für die Mogelpackung mit dem Schiebedach und den Neoprenscheinwerfern und überhaupt für alles, was man ihnen jemals angetan hatte. Will sagen, ein paar wenige davon reichten aus um am nächsten Morgen erst wieder richtig sehen zu können, nachdem ich meinen Kopf mehrmals gegen die Holzvertäfelung der unaufgeräumten Bibliothek, in der ich nächtigen durfte, gerammelt hatte. Aber ist ja nochmal gut gegangen.

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Draußen im Grünen oder JWD

Das wird die ganz große Sause! Bisher vor allem Territorialbuxen, Katholiken und wenn ein Corps, dann waren’s Weinheimer, die mich zur Lesung luden. Aber jetzt Kösener – und auch noch in Berlin!! Das wird ein rauschendes Fest mit Koks, Nutten und Champagner am 28.06.2014 beim Corps Vandalia-Teutonia… dachte ich.

Pabst in Zehlendorf

Pabst in Zehlendorf

Und immerhin haben die in ihrem schönen, großen Haus in Berlin-Zehlendorf auch einen Pabst, den ich hier gleich mal abbilde, weil es in diesem Blog immerhin schon ein paar Pabstabbildungen gab – eine kleine Sammlung geradezu. Nun, werte Leser, wird es euch und ihnen aber mit Sicherheit nicht entgangen sein, was die mindestens zwei Haken an der Geschichte bis hierhin waren. Oder etwa doch? Dann möchte ich das sogleich und ohne eingeschoben Aufbau eines 448-seitigen Spannungsbogens auflösen. Der erste Haken heißt „28.06.“, der zweite heißt „Zehlendorf“

Zehlendorf ist natürlich toll. In Zehlendorf wohnt sich’s gepflegt im Grünen und es gibt zahlreiche äußerst würdige alte Villen – nicht zuletzt die des Corps Vandalia-Teutonia. Zehlendorf befindet sich (siehe Link im vorigen Absatz) aber auch ca. 15 km von den Teilen Berlins entfernt, in denen es reichlich Koks, Nutten und Champagner gibt – oder jedenfalls die Art von Leben, die man mein, wenn man „Koks, Nutten und Champagner“ schreibt, selbst wenn nicht immer alle drei dieser Komponenten beteiligt sein sollten. Ich vermute, in manchen Teilen Zehlendorfs kann man Wochen und Monate ganz gut leben, ohne seine Nachbarn jemals hinter den Hecken ihrer parkähnlichen Gärten sehen zu müssen. Und das traf an einem 28.06.2014 noch umso mehr zu, was wiederum mit dem Spielplan zu tun hatte. Denn der echte Fußballfan schaut sich natürlich auch WM-Achtefinale an, an denen die Deutsche Nationalelf nicht beteiligt ist. Und davon liefen an dem Abend gleich zwei.

Es wohnt sich nett in Zehlendorf

Es wohnt sich nett in Zehlendorf

Will letztlich heißen, dass weder in Zehlendorf im Allgemeinen noch bei der Lesung im Speziellen allzu viel los war. Dadurch war’s dann aber mal wieder eine ganz andere Lesung mit einem kleinen, lose auf Ledersessel gelümmelten Publikum statt der sonst üblichen zwangsweise zusammengetriebenen Füxe, die in Hundertschaften an Kirchenbänke gefesselt zum Lauschen verdonnert werden. Außerdem ist ja sowieso alles in Ordnung, so lange das Bier nicht ausgeht, wa?!

Dazu kam es selbstverständlich nicht – weder in Zehlendorf noch in den anderen Locations in Berlin, die ich sogar mit Frau besuchen konnte, weil wir kurzerhand die Babysitterin vom Dorf mit in die große, böse Stadt geschleppt hatten. Was die tatsächlich gegen Fahrtkosten und Logis mit sich machen ließ. Und auch wenn Reisen nach Berlin sowieso immer eine Freude sind, habe ich diese noch für eine weitere Kleinigkeit in besonderer Erinnerung. Ich lernte nämlich in der angemieteten kleinen Kreuzberger Wohnung ein neues Wort, welches seitdem einen Ehrenplatz in der Liste meiner Lieblingswörter einnimmt. Um Google beim indexieren nicht allzu sehr zu verwirren poste ich es nur im zum Abschluss folgenden Bild:

BÜrotÜrschlÜssel?

BÜrotÜrschlÜssel?

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Tru as Gold – Kind, Katze, Mops

Kind in Kiel

Kind in Kiel

Hoch oben im Norden fragt man sich vermutlich schon kaum noch, ob hier eines Tages ein Bericht über meinen Besuch an der Kieler Förde erscheint. Umso mehr mag es nun zur freudigen Überraschung dienen, dass weder Frau und Kind noch ich selbst das Wochenende an der Ostsee vergessen haben. Und zwar das Wochenende rund um Freitag, den 13.06.2014, an dem die Lesung auf dem Haus der Burschenschaft der Krusenrotter zu Kiel stattfinden sollte…  ?  ….? 13.06.2014? Hier stockt der Lesefluss. War das nicht…? Begann da nicht…? Doch, liebe Fußballfreunde, euer Gedächtnis trügt euch nicht. Da war das, da ging das los. Am 12.06.2014 begann die Fußballweltmeisterschaft 2014, die Deutschland unter Jogi Löw unmöglich gewinnen konnte und folgerichtig gewann.

Katze in Kiel

Katze in Kiel

Davon ahnte am Eröffnungstag natürlich noch keiner etwas. Schließlich war die deutsche Mannschaft in der Meinung der deutschen Fußballfans wie alle Jahre wieder ein Haufen von bestenfalls leidlich mitkickenden Halbtölpeln, die höchstens nicht gar so peinlich waren wie die Volltölpel früherer Jahre. Aber das ist eine andere Geschichte und nichtsdestotrotz brauchten wir selbstverständlich einen hübsche Fußballkneipe nahe unserer Kieler Wohnstatt, von der aus es möglich wäre,nächtens einen halb schlafenden Knapp-Fünfjährigen nachhause zu schubsen. Und siehe da, in der Nachbarschaft befand sich die Erbse, in der sich ein gewisser Brösel in den Spätsiebzigern so lange Bölkstoff zuführte, bis dabei schließlich die Werner-Comics herauskamen, die im übrigen viel, viel besser sind als die dämlichen Filme, Ihr Jungspunde. Pizza gibt’s da auch und somit Eröffnungsspiel am 12. dort und bedeutende Spiele wie etwa Kolumbien – Griechenland am Tag nach der Lesung. Toller Laden, wenngleich vermutlich eher weniger für die Einkehr in Couleur geeignet.

Mops in Kiel

Mops in Kiel

Um Fußball ging es aber eigentlich gar nicht. Es ging vor allem darum, auf der Förde rum zu schippern, die Zehen in den Sand zu stecken und Fisch zu essen. Nebenbei passte die Lesung bei Krusenrotters gerade noch rein – guter Haufen übrigens, soweit man das an einem Abend erfassen kann. Und da ich ausnahmsweise zur ersten Halbzeit (der Lesung) Frau und Kind mit auf das hübsche Haus in Fördenähe brachte, ließen sich auch die Nordbuxen nicht lumpen und konterten mit einer Katze und einem Mops im Leselokal. Denn „ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos“. Allesamt konnten jedoch weder die Show stören noch den gleichzeitigen sowohl als auch anschließenden angemessenen Konsum einiger Gemäße. Das war dann letztlich dumm, denn beim Entsorgen (a.k.a. urinieren) einiger dieser Biereinheiten auf dem Heimweg, ließ ich meine schöne, lederne Lesemappe auf einer Gartenmauer liegen. Aber, oh beschauliches Kiel, sie lag am nächsten Mittag immer noch genau dort.

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