Vorläufiger Eintrag zum 10.12.2015

Sagt mal, liebe Bundesbrüder und/oder Gäste dieses Abends: war ich eigentlich am 10.12.2015 zum Vorlesen in Freiburg? Leider musste ich ja ausgerechnet ein bis zwei Freiburger Veranstaltungen dieser Art wegen Krankheit absagen. Und außerdem habe ich ja doch ein paar Jährchen in Freiburg und viel davon auf dem Haus verbracht, so dass mir nunmehr das Gedächtnis einen ganz fiesen Streich spielt, wenn ich versuche, Bilder von genau diesem Termin abzurufen. Da sind einfach zu viele Bilder aus Freiburg abgelegt… Ich bin für jeden sachdienlichen Hinweis dankbar.

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Rosa Burschenschaft?

Das Wetter in Köln war usselig. Wer nicht weiß, was das heißt, soll einfach mal an einem Tag , an dem das Wetter in Köln usselig ist, nach Köln fahren und es sich anschauen. Abgesehen davon ist Köln natürlich eine tolle Stadt. Schon allein weil mein Leibfux dort wohnt. Und der ist nicht nur mein Leibfux sonder einfach ein toller Typ.

Allerdings fuhr ich am 26.11.2015 nicht nach Köln, um Martin zu besuchen. Zur Lesung kam der auch nicht, denn die hat er schon ein paar Mal gehört. Vielmehr war ich bei „so Burschis“ zur Lesung geladen. Genauer gesagt hatte die Kölner Burschenschaft Alemannia zur Lesung geladen. Und da das meines Erachtens ganz nette Buxen sind, und die ganz todernsten Nationalbuxen mich soweiso nicht einladen, stand ich also nun in Köln-Lindenthal vor dem Hotel und suchte eilig etwas zu essen als Grundlage. Bartwurst gibt es aber anscheinend in Lindenthal nur bis 19 Uhr und 100 Meter sind dort mindestens einen Kilometer weit, jedenfalls wenn es um Entfernungsangaben von schließenden Wurstbuden zu geöffneten Döner-Läden geht.

Nachdem ich aus purer Not enige Stadttauben gefangen und lebendig verzehrt hatte (oder war ich doch beim Bäcker?), machte ich mich auf zum Alemannenhaus. Leider mit dem Wissen im Nacken, mein Hotelzimmer nächsten Tags gnaden- und toleranzlos um 10:00 Uhr verlassen zu müssen. Was war in diesem Viertel Kölns nur mit den Rheinländern los? Keine Bratwurst, kein Ausschlafen… nun gut…

Die Alemannen zumindest zeigten sich entspannt und gut drauf, wie es sich für den Rheinländer ziemt. Hektisch und unentspannt bin nur ich selber gerade beim Schreiben, weil ich gleich noch schnell ein paar Dübel aus den Wänden des gerade verlassen Hauses ziehen muss und in neuem erst seit gerade eben wieder ordentlich Internetz anliegt.
Wie dem auch sei: Fotos habe ich vergessen, aber mir eine hübsche Alemannen-Anekdote in groben Zügen gemerkt.

Mir persönlich sympathischerdings trat die Alemannia bereits 2013 aus der DB aus. In nicht allzu großem zeitlichen Abstand dazu begab es sich, dass ein Alter Herr der Alemannen heiraten wollte und sich Chargierte wünschte. Nicht außergewöhnlich, sollte man meinen. Nur war eben dieser Alte Herr aufgrund seiner geschäftlichen Unternehmungen der lokalen Presse bestens bekannt, die dann auch bei der Feier auftauchte – weiterhin nicht allzu außergewöhnlich. Wenn nun allerdings noch eine nicht allzu außergewöhnliche Tatsache hinzukommt, wird es insgesamt interessant: dieser Alte Herr heiratete einen Mann. Das führte selbstverfreilich dazu, dass die nächsten auf dem Haus aufschlagenden DB-Buxen, die Alemannen damit aufzogen, sie seien mit dem Austritt aus der DB wohl geradenwegs zur rosa Burschenschaft geworden… Und jetzt der schöne Teil: die anwesenden Alemannen gingen voll und ganz auf ihre neue Ausrichtung ein, komplimentierten die süßen Ärschlein der DB-Buxen und zeigten sich auch sonst recht schnuckelig. Das ward den DBlern dann wohl recht bald recht seltsam und sie trollten sich, während die in Wahrheit gar nicht allzu rosafarbenen Alemannen sich einen lachten.

So viel aus dem auch letzten November usselig bewetterten Köln. Und jetzt warten die Dübel auf mich.

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Früher Vogel fängt den Obatzdn

Wie inzwischen bekannt sein dürfte, werde ich im Folgenden spektakuläre Ereignisse beschreiben, die noch nicht ganz ein Jahr zurück liegen. Das Blog bleibt also brandaktuell. Außerdem verspreche ich feierlich, dass auch dieser Eintrag an Irrelevanz höchstens von vorherigen oder zukünftigen Einträgen in diesem Blog hier überboten werden kann und versichere, dass bereits der erste Satz teilweise gelogen war (siehe: „spektakulär“…wirklich spektakulär ist nämlich zum Beispiel wenn ein Nilpferd furzt – und man muss sich in der Tat wundern, warum dieses unglaubliche zoologische Dokument nur so selten aufgerufen wird).

Wie immer geht es aber um überhaupt gar nichts von dem, was uns der erste Absatz glauben machen möchte, wenn er uns überhaupt irgendetwas glauben machen möchte, außer dass Nilpferde äußerst spektakuläre Furzer sind. Ich hatte höchstens eine Assoziation mit diesen Tieren, weil sie vor allem südlich der Breiten anzutreffen sind, in denen man mehrheitlich Deutsch spricht, und auch ich mich im November 2015 in Breiten südlich dieses Bereiches begab – nach Bayern nämlich. Dorthin hatten mich alte Jodelbuxe doch tatsächlich einige Gewürzbuxen eingeladen, genauer gesagt durfte ich – habe die Ehre – beim Corps Donaria zu Freising ein wenig vorlesen. Es folgen hierauf einige Wortwitze, dass „Freising“ (ha, ha…merkste was?) natürlich der ständige Tagungsort der Deutschen Sängerschaft an Weimars Statt sein sollte. Aber damit soll es jetzt auch schon gut sein. 

Wer im Glasturm sitzt, soll nicht mit Seideln werfen

Wer im Glasturm sitzt, soll nicht mit Seideln werfen

Über Freising könnte man natürlich viel erzählen. Zum Beispiel, dass sich dort im Stadtteil Weihenstephan die älteste noch existierende Brauerei der Welt befindet. Praktischerweise befinden sich sämtliche wissenschaftlichen Institute, Münchner Universitätsableger & Co. im selben Stadtteil. Es ist also anzunehmen, dass der Freisinger bzw. Weihenstephaner Student seine Tage noch ausschließlicher mit Saufen verbringt, als das der Student andernorts auch und sowieso tut. Aber weit gefehlt! Nicht dass ich etwa den Corpsstudenten Donariae die Trinkfestigkeit absprechen wollte, auch wenn ich sie weder geprüft habe noch mir anmaßen würde dazu überhaupt in der Lage zu sein. Jedenfalls aber handelt es sich bei diesen Donaren um wahrhafte und regelmäßige Frühaufsteher, was sich bekanntlich mit dem allzu exzessiven Suffe nicht auf Dauer verträgt. Wie man einem staunenden Ich nämlich erzählte, finden die Paukstunden der Donaren täglich zu einer Uhrzeit statt, die dermaßen unchristlich ist, dass mein Hirn sich geweigert hat, sie exakt zu memorieren. Alle Donaren stehen daher irgendwann zwischen 05:30 und 06:30 auf. Ich persönlich habe es mein Leben lang vermeiden können, derart Absurdes für länger als ein paar Wochen Ferienjob zu tun – bis dann mein Sohn in die Schule kam, was jetzt aber noch weniger hier hin gehört als alles andere, was hier nur bedingt hin gehört.

Und, siehe da, die Donaren räumten dann auch tasächlich nach der Lesung recht bald die Theke und waren abgesehen von einem Barmann großteils gegen Mitternacht verschwunden. Da blieb für das letzte Bier dann fast nur noch ein Farbenbruder von irgendeiner absurden Gemischt-Verbindung aus irgendeinem absurden Fachhochschulort an irgendeinem absurden Fluss (sorry, Thomas…;). Womit wir den Abend blogtechnisch also bereits unter den Tisch getrunken hätten, ohne jemals auf die Frage eingegangen zu sein, dass man meine Lesungen gerne aufzeichnen oder irgendwohin streamen darf, WENN man mich vorher fragt. Bliebe also nur noch zu sagen: schon allein für so ein Frühstück mit Weißwürsten und Obatzdm lohnt sich eine Reise in die Richtung, die irgendwann auch zu den Nilpferden (siehe oben) führt, auf jeden Fall.

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Heiß, heiß, heiß…

Abends heiß

Abends heiß

oh, Baby, heiß! So war das am 04.07.2015, als mich die Landsmannschaft Hasso-Borussia bereits zum zweiten Mal seit Erscheinen des Buches zur Lesung geladen hatte. Das Quecksilber zeigte (total neue, super hippe Formulierung) 49° im Schatten und um jeden, der zu lang an der selben Stelle stand, bildete sich binnen weniger Minuten ein kleiner Salzsee. Manch einer, so auch der Autor persönlich, ließ bis kurz vor Beginn der eigentlichen Veranstaltung das Hemd offen stehen und gewährte Einblick auf Feinripp (Das wäre ein toller NDW-Titel gewesen: „Einblick auf Feinripp“ nach verlinkter Weise). Daran störte sich kaum jemand – vor allem weil im Vergleich zur Lesung im Herbst 2012, die den Kneipsaal der Hasso-Borussia gut gefüllt hatte (und das will schon was heißen), nicht gar so viel los war. Aber wer würde das bei 51° im Schatten auch anders erwarten? 

Es mag aber auch daran gelegen haben, dass wenige Meter weiter bei 53° im Schatten das Ketzerbach-Fest tobte. Das kann es eigentlich nur gewesen sein, wenn wir mal ausnahmsweise ausschließen, dass entweder rechte Burschenschaften oder linke Zecken daran schuld gewesen sein könnten, obwohl eine der beiden genannten Parteien sonst eigentlich an allem Schuld ist. Na gut, vielleicht nicht an allem, aber mindestens am Klimawandel, der allgemeinen Verzeckung, der allgemeinen Verrechtsung, der letzten Versuchung, dem ZDF und an der kleinen Macke im Gartentor von Herrn Gruber-Semmelsburger aus Niederaula.

Morgens auch heiß

Morgens auch heiß

Trotz der 55° ging das mit der Lesung dann aber irgendwie. Es wurden kalte Fußbäder gereicht und ich behalf mir beim Lesen mit den mitgebrachten Frottee-Schweißbändern, die ich aus den 80ern rüber gerettet habe. Ein hübsches Bild ist das jedenfalls, wenn man von den allgegenwärtigen Schweißflecken absieht. Aber in Wirklichkeit war es natürlich ganz anders als uns der wie immer vor sich hin fabulierende Autor glauben machen will. Trotzdem ging es später noch bei 57° (ja, es wurde am späteren Abend immer heißer) zum Ketzerbach-Fest und alles insgesamt war irgendwie marburgsch und recht hübsch. Nur als ich am nächsten Morgen bei 59° bergan zum Parkplatz beim Wingolf stieg und mich des Hemdes entledigen musste, auf dass ich beim Fahrzeuge ankommend noch ein trockenes ebensolches haben möge, dachte ich an diesen musikalischen Kommentar zur Szene.

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Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind, andere gibt’s nicht.

Ja, ich war mal wieder katholisch unterwegs – und zwar letztes Jahr im Juni 2015. Den knapp einjährigen Abstand der Blogeinträge zu den Lesungen habe ich inzwischen zu einer liebenswerten Tradition erklärt. Solche Verschleppungen wäre vermutlich den diversen hochdotierten Mitgliedern des Katholische Studentenvereins Arminia nicht passiert. Obwohl das Zitat im Titel, das von einem dieser honorigen Arminen stammt, ein gewisses Verständnis für die Schwächen der Menschen ausdrückt. Wenn ich mich allerdings an andere Anekdoten über Konrad Adenauer erinnere, dann wird er das wohl vor allem eingesetzt haben, um seine eigenen Schrullen und Unberechenbarkeiten zu entschuldigen…

Brüning, Kiesinger, Adenauer, Marx, Hertling und unten Carl Gielen (ehem. Domprobst zu Köln, wenn ich mich nicht irre)

Brüning, Kiesinger, Adenauer, Marx, Hertling und unten Carl Gielen (ehem. Domprobst zu Köln, wenn ich mich nicht irre)

Da im Bild ganz oben das ist er übrigens, der Konrad. Und um ihn herum hängen noch so ein paar, die man schon mal gesehen zu haben meint und damit auch Recht haben könnte. Das waren noch Zeiten, als das mit der Seilschafterei der deutschen Korporationen noch fast so gut funktionierte, wie heutzutage in Österreich immer noch besser. Damals hätte ich noch problemlos Bischof oder Papst werden können, jawoll.  Nur ein klitzekleines Bisschen katholischer, als ich das bin, hätte ich dafür sein müssen. Aber heutzutage ist das ja alles nicht mehr so einfach nur über Verbindungen und Beziehungen. Da gibt’s ja kaum noch wen aus diesen Kaderschmieden in der Politik, wenn man mal von Schäuble, Ramsauer, Schilly (ehem.), Strobl, Geißler, Kinkel, Friedrich, Vogel, etc. absieht. Jedenfalls ist nicht das ganze deutsche Kabinett korporiert, so wie in Österreich das komplette männliche Kabinett mit nur 1-2 Ausnahmen. Aber das ist alles völlig unfundiert zusammengeschreibselt, gar nicht Thema des Eintrags und außerdem kann man sich genauso gut über gute Beziehungen zu Terroristen und subversiven Rock-and-Rollern in die Bundespolitik hocharbeiten (finde die Schnittmenge zu den vorigen und unterstreiche den Namen in Deiner Lieblingsfarbe!), also was soll’s.

Hatte ich überhaupt schon erwähnt, dass ich selber in Bonn geboren wurde, und dass Bundespräsident Heinemann (der von den Briefmarken) mir mal den Kopf gestreichelt hat, nachdem ich – gerade zweijährig – seinen Personenschutz überwältigt hatte? Vermutlich wurde es mit meiner politischen Karriere hernach nichts, weil ich mich bis heute frage, ob ich mich mit dieser Aktion bei den konservativen Seilschaften oder eher bei den jungen Rebellen einsortiert hatte. Immer noch die beiden Pole, zwischen denen ich schwanke. Nur, dass wir das „jung“ so langsam aus der Betrachtung streichen müssen. Aber darum ging es eigentlich auch nicht.

Eigentlich will ich natürlich von der Lesung berichten. Aber eigentlich will ich das auch gar nicht, weil die Lesungen letztlich doch immer ähnlich verlaufen, und ich mir die besonders intelligenten Zwischenrufe meistens sowieso nicht bis zum nächsten Tag merken kann. Es war nett, es war lustig und die Zwischenrufe waren bestimmt auch toll. Also gibt’s wie immer belangloses Drumherum mit abruptem Ende. Zum Beispiel habe ich eine tolle Hausführung erhalten, sonst hätte ich ja auch die hübschen Bilder von den Bildern vom Adenauer nicht. Außerdem gibt es im Keller der Arminen sogar eine Kegelbahn.

Katholische Kegelbahn

Katholische Kegelbahn

So einer Kegelbahn lässt sich dann auch eigentlich nichts mehr hinzufügen. Deswegen – Achtung – jetzt:
abruptes Ende.

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Blut im Rücken

Auch in Nürnberg bereitet man sich Ende November bereits auf Weihnachten vor

Auch in Nürnberg bereitet man sich Ende November bereits auf Weihnachten vor

Am Tag direkt nach der Weihnachtsmarktlesung in Passau durfte ich mich davon überzeugen, dass es auch in Nürnberg eine Burschenschaft im Schwarzburgbund gibt. Ganz extrem genau genommen die „Die Burschenschaft Teutonia im Schwarzburgbund an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Sitz Nürnberg)“. Das Problem an solchen Terminplänen, die man manchmal etwas inexakt als „Doubleheader“ bezeichnet, ist, dass die Bilder verschwimmen – vor allem bei konstanter mittelmäßiger Alkoholisierung und einem knappen Jahr zeitlichen Abstands. Deswegen werden sich die lieben Nürnberger Teutonen mit einem kurzen Eintrag in diesem hinterher hinkenden Logbuch begnügen müssen, der nicht allzu viel mit ihnen oder dem Lesungsabend vom 28.11.2014 auf ihrem Haus zu tun hat. 

Erinnerlich geblieben ist mir vor allem der nächtliche Fußweg entlang der Auen des „Wöhrder See“ (nicht zu verwechseln mit dem „Wörthersee“, wie selbst Wikipedia schreibt), den die aufgestaute Pegnitz im Osten Nürnbergs bildet. Ein herrliches Gelände für Flaneure, Jogger, Hundehaufen, Gelegenheitsvergewaltiger und vermutlich auch Insektenaufzucht. Zu Erstern gehörte ich, Zweitere liefen in Massen umher, Vorletztere blieben bei meinem Anblick im Gebüsch und für Letztere war es im November zum Glück bereits zu kalt. Aber das war eigentlich schon das Ende des Abends und der nächste Morgen, an dem ich mein Auto wieder aus der Nachbarschaft der Teutonia zurückholen musste.

Garagentorwappen

Garagentorwappen

Bei Teutonia selbst habe ich, glaube ich, mein erstes Garagentorwappen gesehen. Und ich bitte darum, mir nun NICHT sämtliche bewappten Garagentore der Republik fotografisch zuzusenden, um mir klar zu machen, wie bemitleidenswert garagentowappenblind ich bisher durchs Leben gestolpert sei. Sollte das doch passiern, erkläre ich die Sache im Nachhinein zum Preisausschreiben, schließe den Rechtsweg im Vorhinein aus, behalte den Preis und setze meine Aufwände von der Steuer ab. Der Einsendeschluss ist übrigens der 26.10.1985, woraus man ein weiteres Preisausschreiben machen könnte, wenn die Lösung nicht kürzlich so entsetzlich breit getreten worden wäre.

Teutonenhaus

Teutonenhaus

Warum heißt denn der Eintrag aber nun „Blut im Rücken“? Hat das was mit der Dolchstoßlegende zu tun? Handelt es sich um eine schlimme Fehlbildung? Oder um eine schreckliche Verwechslung? Weit gefehlt. Der Fachmann mag es ahnen, dem Laien wird es unbegreiflich bleiben: es handelt sich um eine beim Bierjungen angewendete Technik, die mir in der Perfektion, wie ich sie in Nürnberg beobachten durfte, gleichermaßen unbekannt war wie bewappte Garagentore. Man gießt bei dieser Technik so viel Bier an den eigenen Mundwinklen vorbei, während man den Kopf extrem weit in den Nacken wirft, dass einem der Hemdrücken nach zügiger Leerung des Gemäßes bis zur Arschritze durchnässt sei. Unaufmerksame Bierspektanten mögen dies erst bemerken, wenn der Bierpaukant den Ort des Skandals verlässt oder ihnen anderweitig den Rücken zudreht, da die klassisschen „Blutspuren“ auf der Hemdbrust weitestgehend ausbleiben. 

Na, denn prost! 

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Bibeln bitte nur im Nebenraum werfen!

St. Stephan

Dom zu Passau

Ich veröffentliche diesen Blogeintrag wenige Tage nach den Angriffen in Paris. Zu tun hat dieser Blogeintrag mit den Attentaten und allen von ihnen ausgelösten Gedanken und Gefühlen rein gar nichts. Es war nur einfach höchste Zeit, das Blog fortzusetzen, und der Text war schon seit über einer Woche fast fertig. Einzig und allein das letzte Wort dieses Eintrags, auch wenn es sich hier aus gänzlich anderem Kontext ableitet, möchte ich gleichzeitig auf die Pariser Attentate beziehen.

Passau ist so eine Stadt, über die man sich auf jeden Fall im Vorfeld informieren sollte. Sonst steht man nämlich plötzlich zwischen diesen zwei Flüssen, stellt fest, dass es eigentlich drei sind, weiß nur, dass einer die Donau sein muss und wundert sich außerdem, dass eine so eindeutig alte Stadt eine eindeutig nicht allzu alte Uni hat. Letzteres gilt natürlich gleichermaßen für z.B. Konstanz und Ulm, aber das hatten wir hier teilweise erstens schon und zweitens weiß das geneigte LeserX das sowieso alles selber. Drittens werden Leser im weiteren Verlauf wegen ansonsten auftretender morphosyntaktischer Komplikationen unter dem generischen Maskulinum subsummiert.

Lesung oder Heavy Metal

Lesung oder Heavy Metal?

Trotzdem ist es in Passau natürlich recht hübsch. Vor allem wenn am 27.11. schon Weihnachtsmarkt ist, es deswegen überall Bratwurst gibt, mit der sich ein fahrender Autor verpflegen kann, und für den Abend diverse hochkarätige Kulturveranstaltungen zur Auswahl stehen. Nun, nicht wirklich zur Auswahl, denn zur eigenen Lesung sollte man wohl erscheinen. Das ist nicht ganz aber fast so verpflichtend wie das Erscheinen zur eigenen Geburt und Beerdigung und trägt außerdem entscheidend zum Gelingen der Veranstaltung bei. Ist auch nicht so schlimm, denn wenn ich ehrlich bin, mag ich die Variante von Heavy Metal, die nach dem Gewicht der metallenen Blasinstrumente benannt ist, nicht gar so sehr und erfreue mich am Weihnachtsmarkt ohne diese Beschallung vermutlich mehr als mit ihr. Auf jeden Fall ist es in Passau recht kuschelig, und die anderen beiden Flüsse heißen natürlich Inn und Ilz. Nur die Orientierung, welcher Donau und welcher Inn ist fällt dem flüchtigen Besucher manchmal schwer.

Flut

Zu einem Drittel ständig überflutet

Andererseits ist so eine zwischen Inn und Donau eingepferchte Altstadt, die zu einem Drittel ständig überflutet ist und zu einem anderen Drittel aus Dom und Weihnachtsmarkt besteht in ihrem verbleibenden Drittel natürlich ziemlich verwinkelt. Da ist so ein CV, selbst wenn er die einzige von 2-3 Korporationen der Stadt ist, in seinem Winkel zwischen Inn und Domnebenbauten gar nicht so leicht zu finden. Eigentlich besteht sogar die ganze Altstadt aus Domnebenbauten – mal abgesehen vom Dom an sich. Jedenfalls war ich so lange umher geirrt, bevor ich den K.D.St.V. Oeno-Danubia endlich fand, dass aus dem einen klemmenden Rad am Rollköfferchen mit den Büchern durch Abrieb auf dem Kopfsteinpflaster ein halbes klemmendes Rad geworden war.

im WInkel

Gefunden!

Ob es nun den Aktiven der Oeno-Danubia ähnlich ergangen war wie mir, und sie ihr eigenes Haus nicht gefunden hatten, weiß ich nicht. Jedenfalls fand die Lesung in netter aber eben sehr überschaubarer Runde am kleinen Kneiptisch mit Kerzenleuchter statt. Passau ist eben doch eine eher wenig korporationslastige Stadt. Eine, in der es auch mal vorkommt, dass gegen späteren Abend ein Corpsstudent beim CV vorbei schaut, was anderswo nahezu undenkbar wäre. Aber in Passau braucht der Curry hin und wieder ein paar CVer und einen zugereisten Sänger, auf dass sie ihm andächtig bei seinen Geschichten von doppelten Kastenjungen lauschen mögen. Der CVer mag sich bei solchen Gelegenheiten fragen, wie viele Todsünden man eigentlich durch Trinken eines Kastenjungens begeht. Der Sänger fragt sich schlicht und ganz in der Stille: „Warum?“

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