Am Rhein, am Rhein…I & II

Vom 2. auf 3. Juni 2016 war ich auf Tournee. Sowas ist anstrengend. Man benötigt etwas mehr als ein Jahr, um sich wieder soweit zu erholen, dass man wieder daran denken und darüber etwas schreiben will. Heute ist es nun endlich so weit und ich stelle mich den Geistern der Vergangenheit. Man muss jedoch an solche Mammutaufgaben mit aller Rationalisierung herangehen, die sich anbietet. Sonst wird man ein Opfer der Überarbeitung und des Leistungsdrucks. Ich werde daher diese zwei Rheinachsenlesungen mit nur einem einzigen hochverdichteten Eintrag behandeln. Wenn mich nicht alles täuscht, habe ich dieses geniale Verfahren schon einmal angewandt und folglich braucht niemand sich schlecht behandelt, unterrepräsentiert, ausgegrenzt oder sonst irgendwie mimimimimi zu fühlen.

Wieso eigentlich Rheinachse? Das ist doch schon wieder so ein scheiß nationalistisches Burschiwort irgendwie, oder? Naja, erst Düsseldorf dann Bingen eben. Da kann man eindeutig von Rheinachse sprechen, auch wenn sich beide gegenseitig als auf der schäl Sick liegend betrachten dürften. Das heißt, es wäre zu vermuten, dass der gemeine Düsseldorfer über Bingen eher gar nicht nachdenkt, während der Binger an sich so dem Weinschlurf verfallen ist, dass er weder über Düsseldorf noch über sonst irgendwas nachdenkt. Aber das ist nur so eine Vermutung. Außerdem sollte ich tunlichst die Klappe halten, weil ich auch nicht den ganzen Tag und abends bei Beleuchtung am Nachdenken über Bingen, Düsseldorf oder den Sinn des Lebens bin. Manchmal denke ich noch nicht mal daran, Fotos zu machen – wie zum Beispiel in Düsseldorf beim VACC.

Ebendiese alten Coburger hatten mich nach Düsseldorf zur Lesung geladen, die in dem Lokal stattfand, in dem sich die Eltern des Organisators einstmals nach dem Umzug nach D-Dorf eine Kerze liehen und das dann deswegen und wegen seines hervorragenden Speckpfannkuchens zum Stammlokal der Familie wurde, Ja, ja…ich schrieb es ja letztes Mal: irgendwann habe ich endlich begonnen mir ein paar wenige Notizen zu den Lesungen zu machen. Ich weiß auch noch, dass die Parkplatzsuche rund um die Schinkelstraße, wo ich nächtigen durfte, schwierig war. Aber das machte mir nichts, weil ich mich die ganze Zeit freute, dass die Schinkelstraße so schön auf die Kinkelstraße reimt, in der ich in Bonn meine ersten zwei Lebensjahre verbrachte. Das verdrängt trotz Notizen fast alle anderen Erinnerungen an den Abend, wenngliech ich mich noch dunkel erinnere, dass eine gar bunt gemischte Schar aller nur erdenklichen Turner und Landser zugegen war – sogar ein mir studienheimischer Freiburger Neu-Preuße. Und außerdem weiß ich noch, dass die Herren meinen ganzen verdammten Bücherkoffer leer gekauft haben, weshalb ich dann doch am nächsten Tag nicht gemütlich nach Bingen fahren konnte, sondern erst noch für Nachschub daheim vorbei hetzen musste.

Alemannia

Turnerschaft mit Panier aber ohne CC

In Bingen erwartete mich auch eine Turnerschaft – allerdings keine des CCs. Mit den Mädels in der Turnerschaft Alemannia täte sich der eine oder andere CCler halt doch ein wenig schwer. Immerhin war die Bingener Hochschule genau zwei Tage vor der Lesung von der FH zur TH befördert worden. Daran läge es also nicht in Sachen CC… aber lassen wir das. Oder gehen wir vielleicht noch auf den dortigen Farbenbruder ein, der bei den Jung-Linken aktiv war, gerne mal im schwarzen Block mit läuft, dennoch grüne Haare hat(te) und außerdem vegan lebt? Dieses Profil fehlt im CC mit Sicherheit noch. Vielleicht wird das also doch noch was mit der Turnerschaft Alemannia im CC…

Mauer

Phantasielose Ingenieure haben auch diese Mauer senkrecht konstruiert

Jedenfalls sind das alles Ingenieure irgendeiner Art da in Bingen. Und die können ja nun gar nix einfach mal so vage im Raum stehen lassen, weil man eben sowas wie Brücken niemals „vage im Raaum“ stehen lässt.Deswegen weiß ich auch jetzt, dass es niemals eine Weißwaren-Firma namens „Pabst“ oder „Papst“ gegeben hat, dass dafür aber eine weitere Möglichkeit der Bezeichnungsherkunft des korporativen Speibeckens das sogeannte Papstspiel ist. Sieht mir ganz so aus,
als wäre das sogar wirklich die gültige Erklärung. So ist das bei Ingenieurs daheim: da werden Fakten geschaffen. Platz für Phantasie ist da nicht.

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Über trinkzwang

Das Buch:          Männer-WG mit Trinkzwang    ab 02.07.2012 im Handel "Nenn mich gern weiter Burschi. Ich für meinen Teil bin Sängerschafter. Wir singen manchmal auch vor dem Saufen."        Über die Zimmersuche landete ich 1989 in einer Studentenverbindung. Eigentlich wollte ich nur sechs Wochen bleiben, doch es sieht inzwischen so aus, als würde ein ganzes Leben daraus. Denn auf dem Haus gab es nicht nur ein billiges Zimmer, sondern auch immer etwas zu erleben - auch heute noch, wenn ich immer mal wieder da bin. Im Buch kommt viel Alkohol vor, zudem diverse Verbindungen unterschiedlicher Gattung, Trinkrituale, das Fechten, die Frage nach Historismus, Chauvinismus oder harmlosem "Trachtenverein", seltsame Typen, eine vernachlässigte Freundin, ein paar andere Frauen, ein Revoluzzer, die Uni, einige Kneipen, eine jamaikanische Gottheit, die Bands "Minor Threat" und "Fuck No!" und ein sehr schöner Baum.
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