Wohnheimstocherig

Der Autor am Rande

Der Autor am Rande

Wenn Korporationen ca. 148-stöckige Wohn-Wolkenkratzer im Stile der Innenstadt von Shanghai betreiben, finde ich das ja gewöhnungsbedürftig. Andererseits ist der K.St.V. Rechberg Tübingen beileibe nicht der einzige Bund, der sich von dieser Strategie einen besonderen Keilerfolg verspricht – oder ist es doch bloß ein Finanzierungsmodell? Jedenfalls trifft man im Gang auf diese Weise des Öfteren hübsche Jurastudentinnen, die gerade vom Repetitorium in den Seminarräumen der unteren Stockwerke in ihre Zimmer auf den oberen Stockwerken unterwegs sind. Manchmal trifft man sie sogar im Bad. Ob man das jetzt toll finden soll oder nicht liegt an ganz vielen verschiedenen Parametern, die hier nicht näher erläutert werden sollen. Kurz gesagt: das ist ein ziemlich hohes, große, modernes Haus, das sich diese KVer da an einen Berghang gesetzt haben, der selber nicht zum Rechberg gehört, weil der nämlich woanders zu sein scheint und womit das Letztere auch wieder gar nicht – wie angekündigt – kurz gesagt war.

Später dann voller

Später dann voller

Irgendwas muss es ja aber auch sonst noch über die Lesung am 21. April 2016 zu sagen geben…? Das ist mit Sicherheit richtig. Wer aber nun das Datum betrachtet, der merkt auf und stellt sogleich fest: „Aha, die Jahresfrist ist um ein Haar überschritten. Der Autor muss heute bloggen, ob er will oder nicht.“ Und dem kann der Autor, der gerade erst aus dem Elsass zurückkehrt, nicht widersprechen. Kalt hatte es ihn erwischt, dass es am 21.04. höchste Eisenbahn würde und dennoch blieben seine Versuche, per mobilem Device und heutzutage allgegenwärtigem WiFi aus dem französisch-deutschen Grenzland heraus über Tübingen zu bloggen, allzeit halbherzig. Nunmehr an den heimischen Rechner zurückgekehrt, bemerkt er mit Schrecken das Fehlen jeglicher Notizen über den Abend im Schwäbischen. Da man ihn außerdem bereits zum mindestens dritten Male zur Lesung in die schnuckelige alte Universitätsstadt am Neckar (immer noch Tübingen, nicht Heidelberg) gerufen hatte, verschwimmen in seinem alkoholzerfressenen Gehirn abermals die Bilder. Wen traf er doch gleich unerwartet bei dieser Lesung? War da nicht ein Sänger anwesend? Was gab es zum Frühstück? Hatte er (der Autor) viel getrunken? Unser Held, der Autor, jedoch verzagt nicht, sieht keinen Grund zur Schreibblockade. Er macht es einfach wie immer und schreibt das, was ihm gerade in den Sinn kommt. Und wenn einer sich darob verwundern solle oder dumm früge, was der Sinn der Fingerübung sei, dann würde der Autor ihm entgegen: „Hää, Pfeffi?“

Stocherpflicht

Stocherpflicht

Abgesehen vom bisherigen Gesummsabbel möge einfach das Bildmaterial für sich sprechen. Man kann die wichtigsten Details eindeutig erkennen: großes Haus, Autor, Stühle Stocherkahn. Und ja,
auf den Stühlen saßen später Menschen. Aber Fotos von solchen kann man ja sowieso nicht ungefragt ins Internet stellen, weil sie sonst beraubt, gehänselt oder entführt werden könnten, oder…warum darf man das doch gleich nicht? Jedenfalls war die Lesung bestimmt gut. Woher soll ich das andererseits auch wissen? Ich war ja sozusagen gar nicht dabei (siehe oben) oder wenn, dann auf der irgendwie falschen Seite, um das zu beurteilen. Dass man in Tübingen so eine gewisse Mindestanzahl Stocherkähne vor der Tür liegen hat, das fand ich auf jeden Fall gut. So viel weiß ich noch…

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Über trinkzwang

Das Buch:          Männer-WG mit Trinkzwang    ab 02.07.2012 im Handel "Nenn mich gern weiter Burschi. Ich für meinen Teil bin Sängerschafter. Wir singen manchmal auch vor dem Saufen."        Über die Zimmersuche landete ich 1989 in einer Studentenverbindung. Eigentlich wollte ich nur sechs Wochen bleiben, doch es sieht inzwischen so aus, als würde ein ganzes Leben daraus. Denn auf dem Haus gab es nicht nur ein billiges Zimmer, sondern auch immer etwas zu erleben - auch heute noch, wenn ich immer mal wieder da bin. Im Buch kommt viel Alkohol vor, zudem diverse Verbindungen unterschiedlicher Gattung, Trinkrituale, das Fechten, die Frage nach Historismus, Chauvinismus oder harmlosem "Trachtenverein", seltsame Typen, eine vernachlässigte Freundin, ein paar andere Frauen, ein Revoluzzer, die Uni, einige Kneipen, eine jamaikanische Gottheit, die Bands "Minor Threat" und "Fuck No!" und ein sehr schöner Baum.
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Eine Antwort zu Wohnheimstocherig

  1. Monika Hohage schreibt:

    Großartig! :)))) Und nur 1 Komma vergessen. Smatz

    >

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