Dispens von der Dimissio

Haus und Wetter

Haus und Wetter verlangen nach schwarzweißer Darstellung

Es war kalt im Januar 2016, was vermutlich daran lag, dass es Januar war. Aber wer weiß das heutzutage schon so genau. Jedenfalls besagt meine Erinnerung, dass es kalt war in Erlangen am 14.01.2016, wenngleich Herr Wermelsgruber-Hansen, der von mir soeben eigens erfundene notorische Erlanger Wetterdatensammler, etwas ganz anderes behaupten mag. Aber dass es Januar war, bin ich mir sicher und dass es Erlangen war auch. Dort sollte ich also trotz der sibirischen Kälte, die Herr Wermelsgruber-Hansen vermutlich mit einem achselzuckenden „Och, naja…“ den transfaktischen Legenden zuordnen würde, auf dem Hause der Christlichen Studentenverbindung Uttenruthia – im Nest der Uhus quasi – eine Lesung aus dem Buche halten. Wohlan!

Ich bin mir fast sicher, dass Uttenreuther bei der Lesung zugegen gewesen sein müssen. Vermutlich sogar mehr als eine Handvoll. Man sollte geradezu damit rechnen, dass dem so war. Man könnte das mindestens „erwartbar“ nennen. Jedoch verblasst eben dieses Erwartbare in der Erinnerung allzu schnell hinter dem Überraschenden, von dem es sich auch viel spannender erzählt. Zu ebendiesem möchte ich dann nunmehr kommen.

  1. Anwesend war ein gewisser Farbenbruder, der dafür berühmt oder auch berüchtigt ist, gelegentlich nur mit einer Decke als Beinkleid gesichtet zu werden. Das hat mich gefreut. Denn ich hatte nicht damit gerechnet und mit dem jungen Herren redet sich erfrischend gut dummes Zeug.
  2. Mit einem weiteren jungen Herrn geriet ich ins Gespräch, der sich als Corpsstudent entpuppte – aus Ansbach, wenn ich mich nicht irre. Aber vermutlich ist das schon viel zu eindeutig und deswegen vergessen wir einfach alle wieder, dass ich einen Ort genannt habe. Jedenfalls ist für mich schon jedes Mal überraschend, wenn ich Currys auf Häusern treffe, in denen Betbuxen hausen. Aber es geht noch weiter, denn…
  3. …der werte Waffenbruder gab an, sich eigentlich zu dieser Zeit in einer Dimissio zu befinden. Von dieser habe er einen Dispens erwirkt, nur um zu MEINER Lesung kommen zu können. Da fühlt man sich doch gleich von einem Dutzend Eichhörnchenschweife gebauchpinselt. Oder wie ging diese alte serbokroatische Redensart doch gleich? 
  4. In Begleitung des Vorgenannten fand sich ein junger Herr vom Wingolf, was ja wiederum schon allein ob der Dachverbandskombination dem Frosch die Krone ins Gesicht prügelt.
  5. Es soll besagter Corpsstudent doch tatsächlich mindestens einmal pro Woche halbfreiwillig beim Wingolf nächtigen, da er gerne dort dem zügellosen Trunke zuspricht. Das scheint mir nun allerdings endgültig bei einem Corpsier so dermaßen unwahrscheinlich, dass wir die ganze Geschichte einfach wieder zu den Akten legen, sie mit dem „Fake News“-Stempel versehen und im Fach mit der Aufschrift „Post- und transfaktischer Firlefanz“ ablegen.
  6. Desweiteren war ein lieber Kollege aus den Breiten des Poetry Slam anwesend. Das hat mich wiederum gefreut, weil besagte Breiten – gelinde gesagt – zu den eher korporationskritischen Gewässern gehören. Und wenn da mal einer sein Näschen über den Tellerrand streckt und auch nicht gleich Flaschen voll Benzin mitbringt, dann ist trotz Donald Trump, Vladimir Putin und Markus Lanz vielleicht doch noch ein kleines bisschen Hoffnung für die Welt.

Jedenfalls war’s nett in Erlangen, einer Stadt, über die es ja viel Wissenswertes geben soll.

 

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Über trinkzwang

Das Buch:          Männer-WG mit Trinkzwang    ab 02.07.2012 im Handel "Nenn mich gern weiter Burschi. Ich für meinen Teil bin Sängerschafter. Wir singen manchmal auch vor dem Saufen."        Über die Zimmersuche landete ich 1989 in einer Studentenverbindung. Eigentlich wollte ich nur sechs Wochen bleiben, doch es sieht inzwischen so aus, als würde ein ganzes Leben daraus. Denn auf dem Haus gab es nicht nur ein billiges Zimmer, sondern auch immer etwas zu erleben - auch heute noch, wenn ich immer mal wieder da bin. Im Buch kommt viel Alkohol vor, zudem diverse Verbindungen unterschiedlicher Gattung, Trinkrituale, das Fechten, die Frage nach Historismus, Chauvinismus oder harmlosem "Trachtenverein", seltsame Typen, eine vernachlässigte Freundin, ein paar andere Frauen, ein Revoluzzer, die Uni, einige Kneipen, eine jamaikanische Gottheit, die Bands "Minor Threat" und "Fuck No!" und ein sehr schöner Baum.
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