Rosa Burschenschaft?

Das Wetter in Köln war usselig. Wer nicht weiß, was das heißt, soll einfach mal an einem Tag , an dem das Wetter in Köln usselig ist, nach Köln fahren und es sich anschauen. Abgesehen davon ist Köln natürlich eine tolle Stadt. Schon allein weil mein Leibfux dort wohnt. Und der ist nicht nur mein Leibfux sonder einfach ein toller Typ.

Allerdings fuhr ich am 26.11.2015 nicht nach Köln, um Martin zu besuchen. Zur Lesung kam der auch nicht, denn die hat er schon ein paar Mal gehört. Vielmehr war ich bei „so Burschis“ zur Lesung geladen. Genauer gesagt hatte die Kölner Burschenschaft Alemannia zur Lesung geladen. Und da das meines Erachtens ganz nette Buxen sind, und die ganz todernsten Nationalbuxen mich soweiso nicht einladen, stand ich also nun in Köln-Lindenthal vor dem Hotel und suchte eilig etwas zu essen als Grundlage. Bartwurst gibt es aber anscheinend in Lindenthal nur bis 19 Uhr und 100 Meter sind dort mindestens einen Kilometer weit, jedenfalls wenn es um Entfernungsangaben von schließenden Wurstbuden zu geöffneten Döner-Läden geht.

Nachdem ich aus purer Not enige Stadttauben gefangen und lebendig verzehrt hatte (oder war ich doch beim Bäcker?), machte ich mich auf zum Alemannenhaus. Leider mit dem Wissen im Nacken, mein Hotelzimmer nächsten Tags gnaden- und toleranzlos um 10:00 Uhr verlassen zu müssen. Was war in diesem Viertel Kölns nur mit den Rheinländern los? Keine Bratwurst, kein Ausschlafen… nun gut…

Die Alemannen zumindest zeigten sich entspannt und gut drauf, wie es sich für den Rheinländer ziemt. Hektisch und unentspannt bin nur ich selber gerade beim Schreiben, weil ich gleich noch schnell ein paar Dübel aus den Wänden des gerade verlassen Hauses ziehen muss und in neuem erst seit gerade eben wieder ordentlich Internetz anliegt.
Wie dem auch sei: Fotos habe ich vergessen, aber mir eine hübsche Alemannen-Anekdote in groben Zügen gemerkt.

Mir persönlich sympathischerdings trat die Alemannia bereits 2013 aus der DB aus. In nicht allzu großem zeitlichen Abstand dazu begab es sich, dass ein Alter Herr der Alemannen heiraten wollte und sich Chargierte wünschte. Nicht außergewöhnlich, sollte man meinen. Nur war eben dieser Alte Herr aufgrund seiner geschäftlichen Unternehmungen der lokalen Presse bestens bekannt, die dann auch bei der Feier auftauchte – weiterhin nicht allzu außergewöhnlich. Wenn nun allerdings noch eine nicht allzu außergewöhnliche Tatsache hinzukommt, wird es insgesamt interessant: dieser Alte Herr heiratete einen Mann. Das führte selbstverfreilich dazu, dass die nächsten auf dem Haus aufschlagenden DB-Buxen, die Alemannen damit aufzogen, sie seien mit dem Austritt aus der DB wohl geradenwegs zur rosa Burschenschaft geworden… Und jetzt der schöne Teil: die anwesenden Alemannen gingen voll und ganz auf ihre neue Ausrichtung ein, komplimentierten die süßen Ärschlein der DB-Buxen und zeigten sich auch sonst recht schnuckelig. Das ward den DBlern dann wohl recht bald recht seltsam und sie trollten sich, während die in Wahrheit gar nicht allzu rosafarbenen Alemannen sich einen lachten.

So viel aus dem auch letzten November usselig bewetterten Köln. Und jetzt warten die Dübel auf mich.

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Über trinkzwang

Das Buch:          Männer-WG mit Trinkzwang    ab 02.07.2012 im Handel "Nenn mich gern weiter Burschi. Ich für meinen Teil bin Sängerschafter. Wir singen manchmal auch vor dem Saufen."        Über die Zimmersuche landete ich 1989 in einer Studentenverbindung. Eigentlich wollte ich nur sechs Wochen bleiben, doch es sieht inzwischen so aus, als würde ein ganzes Leben daraus. Denn auf dem Haus gab es nicht nur ein billiges Zimmer, sondern auch immer etwas zu erleben - auch heute noch, wenn ich immer mal wieder da bin. Im Buch kommt viel Alkohol vor, zudem diverse Verbindungen unterschiedlicher Gattung, Trinkrituale, das Fechten, die Frage nach Historismus, Chauvinismus oder harmlosem "Trachtenverein", seltsame Typen, eine vernachlässigte Freundin, ein paar andere Frauen, ein Revoluzzer, die Uni, einige Kneipen, eine jamaikanische Gottheit, die Bands "Minor Threat" und "Fuck No!" und ein sehr schöner Baum.
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