Früher Vogel fängt den Obatzdn

Wie inzwischen bekannt sein dürfte, werde ich im Folgenden spektakuläre Ereignisse beschreiben, die noch nicht ganz ein Jahr zurück liegen. Das Blog bleibt also brandaktuell. Außerdem verspreche ich feierlich, dass auch dieser Eintrag an Irrelevanz höchstens von vorherigen oder zukünftigen Einträgen in diesem Blog hier überboten werden kann und versichere, dass bereits der erste Satz teilweise gelogen war (siehe: „spektakulär“…wirklich spektakulär ist nämlich zum Beispiel wenn ein Nilpferd furzt – und man muss sich in der Tat wundern, warum dieses unglaubliche zoologische Dokument nur so selten aufgerufen wird).

Wie immer geht es aber um überhaupt gar nichts von dem, was uns der erste Absatz glauben machen möchte, wenn er uns überhaupt irgendetwas glauben machen möchte, außer dass Nilpferde äußerst spektakuläre Furzer sind. Ich hatte höchstens eine Assoziation mit diesen Tieren, weil sie vor allem südlich der Breiten anzutreffen sind, in denen man mehrheitlich Deutsch spricht, und auch ich mich im November 2015 in Breiten südlich dieses Bereiches begab – nach Bayern nämlich. Dorthin hatten mich alte Jodelbuxe doch tatsächlich einige Gewürzbuxen eingeladen, genauer gesagt durfte ich – habe die Ehre – beim Corps Donaria zu Freising ein wenig vorlesen. Es folgen hierauf einige Wortwitze, dass „Freising“ (ha, ha…merkste was?) natürlich der ständige Tagungsort der Deutschen Sängerschaft an Weimars Statt sein sollte. Aber damit soll es jetzt auch schon gut sein. 

Wer im Glasturm sitzt, soll nicht mit Seideln werfen

Wer im Glasturm sitzt, soll nicht mit Seideln werfen

Über Freising könnte man natürlich viel erzählen. Zum Beispiel, dass sich dort im Stadtteil Weihenstephan die älteste noch existierende Brauerei der Welt befindet. Praktischerweise befinden sich sämtliche wissenschaftlichen Institute, Münchner Universitätsableger & Co. im selben Stadtteil. Es ist also anzunehmen, dass der Freisinger bzw. Weihenstephaner Student seine Tage noch ausschließlicher mit Saufen verbringt, als das der Student andernorts auch und sowieso tut. Aber weit gefehlt! Nicht dass ich etwa den Corpsstudenten Donariae die Trinkfestigkeit absprechen wollte, auch wenn ich sie weder geprüft habe noch mir anmaßen würde dazu überhaupt in der Lage zu sein. Jedenfalls aber handelt es sich bei diesen Donaren um wahrhafte und regelmäßige Frühaufsteher, was sich bekanntlich mit dem allzu exzessiven Suffe nicht auf Dauer verträgt. Wie man einem staunenden Ich nämlich erzählte, finden die Paukstunden der Donaren täglich zu einer Uhrzeit statt, die dermaßen unchristlich ist, dass mein Hirn sich geweigert hat, sie exakt zu memorieren. Alle Donaren stehen daher irgendwann zwischen 05:30 und 06:30 auf. Ich persönlich habe es mein Leben lang vermeiden können, derart Absurdes für länger als ein paar Wochen Ferienjob zu tun – bis dann mein Sohn in die Schule kam, was jetzt aber noch weniger hier hin gehört als alles andere, was hier nur bedingt hin gehört.

Und, siehe da, die Donaren räumten dann auch tasächlich nach der Lesung recht bald die Theke und waren abgesehen von einem Barmann großteils gegen Mitternacht verschwunden. Da blieb für das letzte Bier dann fast nur noch ein Farbenbruder von irgendeiner absurden Gemischt-Verbindung aus irgendeinem absurden Fachhochschulort an irgendeinem absurden Fluss (sorry, Thomas…;). Womit wir den Abend blogtechnisch also bereits unter den Tisch getrunken hätten, ohne jemals auf die Frage eingegangen zu sein, dass man meine Lesungen gerne aufzeichnen oder irgendwohin streamen darf, WENN man mich vorher fragt. Bliebe also nur noch zu sagen: schon allein für so ein Frühstück mit Weißwürsten und Obatzdm lohnt sich eine Reise in die Richtung, die irgendwann auch zu den Nilpferden (siehe oben) führt, auf jeden Fall.

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Über trinkzwang

Das Buch:          Männer-WG mit Trinkzwang    ab 02.07.2012 im Handel "Nenn mich gern weiter Burschi. Ich für meinen Teil bin Sängerschafter. Wir singen manchmal auch vor dem Saufen."        Über die Zimmersuche landete ich 1989 in einer Studentenverbindung. Eigentlich wollte ich nur sechs Wochen bleiben, doch es sieht inzwischen so aus, als würde ein ganzes Leben daraus. Denn auf dem Haus gab es nicht nur ein billiges Zimmer, sondern auch immer etwas zu erleben - auch heute noch, wenn ich immer mal wieder da bin. Im Buch kommt viel Alkohol vor, zudem diverse Verbindungen unterschiedlicher Gattung, Trinkrituale, das Fechten, die Frage nach Historismus, Chauvinismus oder harmlosem "Trachtenverein", seltsame Typen, eine vernachlässigte Freundin, ein paar andere Frauen, ein Revoluzzer, die Uni, einige Kneipen, eine jamaikanische Gottheit, die Bands "Minor Threat" und "Fuck No!" und ein sehr schöner Baum.
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2 Antworten zu Früher Vogel fängt den Obatzdn

  1. Thomas schreibt:

    Danke für den Tipp. Jede Menge interessante Kneipnamen: Jim-Bob, Jason, Mary-Ann, Ilissebeß… 😀
    Thomas

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