Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind, andere gibt’s nicht.

Ja, ich war mal wieder katholisch unterwegs – und zwar letztes Jahr im Juni 2015. Den knapp einjährigen Abstand der Blogeinträge zu den Lesungen habe ich inzwischen zu einer liebenswerten Tradition erklärt. Solche Verschleppungen wäre vermutlich den diversen hochdotierten Mitgliedern des Katholische Studentenvereins Arminia nicht passiert. Obwohl das Zitat im Titel, das von einem dieser honorigen Arminen stammt, ein gewisses Verständnis für die Schwächen der Menschen ausdrückt. Wenn ich mich allerdings an andere Anekdoten über Konrad Adenauer erinnere, dann wird er das wohl vor allem eingesetzt haben, um seine eigenen Schrullen und Unberechenbarkeiten zu entschuldigen…

Brüning, Kiesinger, Adenauer, Marx, Hertling und unten Carl Gielen (ehem. Domprobst zu Köln, wenn ich mich nicht irre)

Brüning, Kiesinger, Adenauer, Marx, Hertling und unten Carl Gielen (ehem. Domprobst zu Köln, wenn ich mich nicht irre)

Da im Bild ganz oben das ist er übrigens, der Konrad. Und um ihn herum hängen noch so ein paar, die man schon mal gesehen zu haben meint und damit auch Recht haben könnte. Das waren noch Zeiten, als das mit der Seilschafterei der deutschen Korporationen noch fast so gut funktionierte, wie heutzutage in Österreich immer noch besser. Damals hätte ich noch problemlos Bischof oder Papst werden können, jawoll.  Nur ein klitzekleines Bisschen katholischer, als ich das bin, hätte ich dafür sein müssen. Aber heutzutage ist das ja alles nicht mehr so einfach nur über Verbindungen und Beziehungen. Da gibt’s ja kaum noch wen aus diesen Kaderschmieden in der Politik, wenn man mal von Schäuble, Ramsauer, Schilly (ehem.), Strobl, Geißler, Kinkel, Friedrich, Vogel, etc. absieht. Jedenfalls ist nicht das ganze deutsche Kabinett korporiert, so wie in Österreich das komplette männliche Kabinett mit nur 1-2 Ausnahmen. Aber das ist alles völlig unfundiert zusammengeschreibselt, gar nicht Thema des Eintrags und außerdem kann man sich genauso gut über gute Beziehungen zu Terroristen und subversiven Rock-and-Rollern in die Bundespolitik hocharbeiten (finde die Schnittmenge zu den vorigen und unterstreiche den Namen in Deiner Lieblingsfarbe!), also was soll’s.

Hatte ich überhaupt schon erwähnt, dass ich selber in Bonn geboren wurde, und dass Bundespräsident Heinemann (der von den Briefmarken) mir mal den Kopf gestreichelt hat, nachdem ich – gerade zweijährig – seinen Personenschutz überwältigt hatte? Vermutlich wurde es mit meiner politischen Karriere hernach nichts, weil ich mich bis heute frage, ob ich mich mit dieser Aktion bei den konservativen Seilschaften oder eher bei den jungen Rebellen einsortiert hatte. Immer noch die beiden Pole, zwischen denen ich schwanke. Nur, dass wir das „jung“ so langsam aus der Betrachtung streichen müssen. Aber darum ging es eigentlich auch nicht.

Eigentlich will ich natürlich von der Lesung berichten. Aber eigentlich will ich das auch gar nicht, weil die Lesungen letztlich doch immer ähnlich verlaufen, und ich mir die besonders intelligenten Zwischenrufe meistens sowieso nicht bis zum nächsten Tag merken kann. Es war nett, es war lustig und die Zwischenrufe waren bestimmt auch toll. Also gibt’s wie immer belangloses Drumherum mit abruptem Ende. Zum Beispiel habe ich eine tolle Hausführung erhalten, sonst hätte ich ja auch die hübschen Bilder von den Bildern vom Adenauer nicht. Außerdem gibt es im Keller der Arminen sogar eine Kegelbahn.

Katholische Kegelbahn

Katholische Kegelbahn

So einer Kegelbahn lässt sich dann auch eigentlich nichts mehr hinzufügen. Deswegen – Achtung – jetzt:
abruptes Ende.

Advertisements

Über trinkzwang

Das Buch:          Männer-WG mit Trinkzwang    ab 02.07.2012 im Handel "Nenn mich gern weiter Burschi. Ich für meinen Teil bin Sängerschafter. Wir singen manchmal auch vor dem Saufen."        Über die Zimmersuche landete ich 1989 in einer Studentenverbindung. Eigentlich wollte ich nur sechs Wochen bleiben, doch es sieht inzwischen so aus, als würde ein ganzes Leben daraus. Denn auf dem Haus gab es nicht nur ein billiges Zimmer, sondern auch immer etwas zu erleben - auch heute noch, wenn ich immer mal wieder da bin. Im Buch kommt viel Alkohol vor, zudem diverse Verbindungen unterschiedlicher Gattung, Trinkrituale, das Fechten, die Frage nach Historismus, Chauvinismus oder harmlosem "Trachtenverein", seltsame Typen, eine vernachlässigte Freundin, ein paar andere Frauen, ein Revoluzzer, die Uni, einige Kneipen, eine jamaikanische Gottheit, die Bands "Minor Threat" und "Fuck No!" und ein sehr schöner Baum.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Was so passiert abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s