Natalie und Tamara

Es war einmal ein gar nicht mehr so junger und dennoch ungestümer Autor, der schrieb ein Buch über „so Mützenstudenten“. Dabei recherchierte er zum einen oder anderen Thema ein klein wenig, verließ sich aber vor allem darauf, dass er ja selber so ein Spaßvogel mit buntem Hut sei und das schon alles noch richtig in Erinnerung hätte. Unter anderem erinnerte er sich daran, dass seine Freundin Natalie (Name von der Red. geändert) einmal ein Zimmer auf dem Haus des VDSt Freiburg hatte (um den es hier NICHT geht). Somit war klar, gebongt und ausgemachte Sache, dass der VDSt ein gemischter Verein ist. Da muss man gar nichts mehr nachschlagen… 

Als hundertprozentig korrekt stellte sich diese Schlussfolgerung letztlich allerdings nicht heraus. Natalie hatte dort nur vorübergehend wohnen dürfen, weil man die Zimmer für (ausschließlich männliche) Aktive auf dem Haus in dem Semester nun partout nicht an den Mann bringen konnte und deswegen an die Frau brachte, bevor einem auch noch finanzieller Schaden entstünde – oder gar auch aus schierer Großherzigkeit gegenüber dem studentischen Volke draußen vor der Türe, dem es an Wohnraum bitterlich mangelte.
So ist der VDSt also an meiner Fehlwahrnehmung eindeutig selber schuld. Man soll halt entweder Frauen aufnehmen oder wenn nicht, dann am besten gar keine ins Haus lassen. Höchstens zu so ein bis zwei Anlässen im Semester, über die ich mich jetzt nicht näher auslasse, weil sich dann nur die einen auf die Schenkel klopfen, weil sie dat Spässken falsch rum verstehen und die anderen gleich wieder schreien „Siehste, die Burschis, die scheiß patriarchalischen Spinner…“, weil sie dat Spässeken auch falschrum verstanden haben und…boah, ist mir echt zu doof. Denkt Euch einfach selber was aus! <= (Anmerkung des Imperators: im Gengensatz zu vielen anderen Vorkommen, gehört dieses Zeichen hier tatsächlich hin.)

Jedenfalls stand das dann so im Buch bzw. in seinem Anhang, und ein knappes Dutzend aufmerksamer Leser wies mich darauf hin – die meisten von ihnen selber beim VDSt. Irgendwann konnte ich nicht umhin, dem VVDSt ein Lesungssondermodell mit Seitenairbags, Neoprenscheinwerfern und Panoramaschiebedach ohne Aufpreis anzubieten. Darauf fielen dann tatsächlich auch ein paar dieser sonst gar nicht allzu unsympathischen Bünde herein und luden mich zur Lesung. Das war dann z.B. der VDSt zu Erlangen (um den es hier eigentlich geht), bei dem ich mich am 03.07.2014 einfand, um den Farbenbrüdern mitzuteilen, dass Lesungen gar keine Scheindächer und Schiebewerfer noch Seitenluftbeutel haben. Ha! <= (hier auch…wobei man natürlich auch von überhaupt jeder Behauptung behaupten könnte, sie sei eine besonders nachdrückliche! So zum Beispiel von Behauptungen wie „Tamara’s Nail’s and more!“)

Blendwerk

Blendwerk

Dafür hatten die nach der Lesung selbstgebrannten Was-weiß-denn-ich-o-Vitzka in der Plastikflasche aus den Importbeständen eines osteuropäischen Bundesbruders. Damit haben sie sich dann an mir gerächt – für die Verleumdung, für die Mogelpackung mit dem Schiebedach und den Neoprenscheinwerfern und überhaupt für alles, was man ihnen jemals angetan hatte. Will sagen, ein paar wenige davon reichten aus um am nächsten Morgen erst wieder richtig sehen zu können, nachdem ich meinen Kopf mehrmals gegen die Holzvertäfelung der unaufgeräumten Bibliothek, in der ich nächtigen durfte, gerammelt hatte. Aber ist ja nochmal gut gegangen.

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Über trinkzwang

Das Buch:          Männer-WG mit Trinkzwang    ab 02.07.2012 im Handel "Nenn mich gern weiter Burschi. Ich für meinen Teil bin Sängerschafter. Wir singen manchmal auch vor dem Saufen."        Über die Zimmersuche landete ich 1989 in einer Studentenverbindung. Eigentlich wollte ich nur sechs Wochen bleiben, doch es sieht inzwischen so aus, als würde ein ganzes Leben daraus. Denn auf dem Haus gab es nicht nur ein billiges Zimmer, sondern auch immer etwas zu erleben - auch heute noch, wenn ich immer mal wieder da bin. Im Buch kommt viel Alkohol vor, zudem diverse Verbindungen unterschiedlicher Gattung, Trinkrituale, das Fechten, die Frage nach Historismus, Chauvinismus oder harmlosem "Trachtenverein", seltsame Typen, eine vernachlässigte Freundin, ein paar andere Frauen, ein Revoluzzer, die Uni, einige Kneipen, eine jamaikanische Gottheit, die Bands "Minor Threat" und "Fuck No!" und ein sehr schöner Baum.
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