Kathol-igeliges aus Augsingen

 

Schloss Hohentuebingen

Schloss Hohentübingen

Nur eigentlich andersrum und natürlich auch bereits im Januar. „Andersrum“ wie in umgekehrt, weil die kleine Lesereise am 23/24. Januar 2014 erst nach Tübingen zum Igel ging und dann zum K.St.V. Ludovicia Augsburg – also erst tierisch und dann katholisch, jedenfalls  aber praktischerweise auf ein und derselben Südostachse – was man natürlich aus der Weinheimer Gegend nicht aus Österreich betrachten darf, sonst andersrum.

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Highway to Hel? (nein, da fehlt kein „l“)

Beim Igel in Tübingen wusste ich ja ehrlich gesagt nicht genau, was ich erwarten sollte, da ich irgendwann die Vorstellung vermittelt bekommen hatte, das sei so eine Art Gegenkonzept zu allen anderen Korporationen. Und so steht auch bei wikipedia zu lesen „…der als Verbindung begründet wurde, um andere Verbindungen mit ihren Ritualen und Farben ins Lächerliche zu ziehen.“ Nun gut, Farben trägt der Igel keine und schlagen tut er sich seit 1920 auch nicht mehr. Aber abgesehen davon? Igel existieren seit 1871, sind alle männlich, wohnen in einem riesigen, schlossartigen Haus, sind recht commentfest, trinken gerne ein wenig mehr Bier als sie eigentlich Durst haben, man trifft auf ihrem Haus ein buntes Sammelsurium von Dachverbänden an (ich meine mich sogar an Corpsstudenten erinnern zu können), und Igel haben massig mehr oder minder bekannte Namen in ihren Reihen – nicht zuletzt Dietrich Bonhoeffer. Da sollte man doch fast meinen, das ursprüngliche Ziel (siehe Wikipedia-Zitat) könnte knapp verfehlt sein, nicht wahr? Allerdings habe ich in letzer Zeit auch nur wenige Burschenschafter gesehen, die Seit an Seit mit linken Arbeiterführern gegen die Staatsmacht kämpfen. Was rein gar nichts mit dem Igel an sich zu tun hat – nur damit, dass Korporationen allgemein nur noch äußerst selten die Rolle in Welt und Gesellschaft spielen, in der sie einstmals angetreten waren. 

Malsche Fütze auf?

Malsche Fütze auf?

Neben dem spätabends, nach gut gefüllter Lesung auftretenden, ebenfalls gut gefüllten nichtkorporierten Gast ohne jegliche verbalen Talente, für den ich nach 3-4 Sätzen nur noch den freundlichen Rat „Geh einfach weg!“ hatte, waren Hin-und Rückweg durch und entlang des Schlosses Hohentübingen für mich persönlich der abenteuerlichste Teil des Abends. (Das war ein langer Satz der vermutlich logische Fehler enthält und für den ich mich auf jeden Fall wegen Schwerlesbarkeit entschuldige.) Ich bin jedenfalls der Meinung, mir in diesem Zuge das Tübinger Seepferdchen oder den Pfadfinderorden am Bande mit Kaninchenpfote und Moosbeeren verdient zu haben – oder irgendein Lametta eben. Das lasse ich abgesehen von der im Eintrag verteilten spektakulären Fotodokumentation mal so stehen und warte ab jetzt auf die Benachrichtigung des Oberbürgermeisters, Bademeisters oder mindestens des Platzwartes oder eigentlich, wenn ich’s mir genau überlege, halte ich eine Kontaktaufnahme durch den Geist von Blasius Berwart für das Mindeste.

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Rückzug der schwäbischen Marine

Von Tübingen bis Augsburg ist es ja dann zum Glück nicht mehr so weit auf der besagten nicht von Österreich aus gesehenen Südostachse. Augsburg kenne ich auch halbwegs von viiielen Poetry Slams, an denen ich dort teilgenommen habe. Dennoch ist das Haus Ludoviciae ein wenig schwierig anzufahren, weil andererseits hübsch nah an Augsburgs quicklebendiger Alt- und Innenstadt gelegen. Das gefiel zu seinen Studentenzeiten bestimmt auch dem späteren Innenminister, dessen gelegentliche Kneipenbesuche auf dem Hause für seine Leibwächter der nackte Alptraum sein bzw. gewesen sein müssen. So berichten zumindest seine sehr netten Bundesbrüder, bei denen meine Lesung in mittelgroßem Kreise verlief, in dem es immerhin auch mal ein paar der seltenen nichtkorporierten Gäste zu begrüßen gab, die sich durchaus auch amüsierten, wenn ich da nichts falsch verstanden habe.

Hans-Peter F.

Hans-Peter F.

Herr Friedrich selber konnte leider nicht kommen, da er einen wichtigen Friseurtermin wahrnehmen musste…oder es hat ihn halt doch nicht ganz so brennend interessiert, wie oft sich ein gewisser Hohage früher einen gebrannt hat, weil er das selber hinreichend getan hat. Obwohl letzteres die Lesungsgäste sonst nicht abhält sondern eher…nun, der Friseurtermin eben. Und in die Politik wollte ich ja auch gar nicht. Gute Nacht!

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Über trinkzwang

Das Buch:          Männer-WG mit Trinkzwang    ab 02.07.2012 im Handel "Nenn mich gern weiter Burschi. Ich für meinen Teil bin Sängerschafter. Wir singen manchmal auch vor dem Saufen."        Über die Zimmersuche landete ich 1989 in einer Studentenverbindung. Eigentlich wollte ich nur sechs Wochen bleiben, doch es sieht inzwischen so aus, als würde ein ganzes Leben daraus. Denn auf dem Haus gab es nicht nur ein billiges Zimmer, sondern auch immer etwas zu erleben - auch heute noch, wenn ich immer mal wieder da bin. Im Buch kommt viel Alkohol vor, zudem diverse Verbindungen unterschiedlicher Gattung, Trinkrituale, das Fechten, die Frage nach Historismus, Chauvinismus oder harmlosem "Trachtenverein", seltsame Typen, eine vernachlässigte Freundin, ein paar andere Frauen, ein Revoluzzer, die Uni, einige Kneipen, eine jamaikanische Gottheit, die Bands "Minor Threat" und "Fuck No!" und ein sehr schöner Baum.
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