Gegendemonstranten enttäuschen durch Abwesenheit

Auch schon wieder einen Monat her ist es, dass ich mit Sack, Pack, Frau und Kind Dresden bereiste. Wie immer bei Kurzausflügen mit Kleinkind, war das Auto beladen wie für sechs Wochen Individualurlaub außerhalb jeglicher Zivilisation. Dabei liegt Dresden da gar nicht und es gibt da eigentlich alles, was man so braucht. Ist ja schließlich auch eine Weile her die Sache mit dem Sozialismus. Außerdem ging es gar nicht um eine Wüstendurchquerung –  nur um einen Lesungs- und einen Ballabend. Aber die mehreren Tonnen Bücher und zusätzlich dann noch der große Kampfanzug für den Ernstfall (Ball) für drei füllen zusammen mit dem Kubikmeter Spielsachen einen Passat dann doch recht vollständig.

Den Freitagabend umwehte trotz der vermutlich inzwischen seit längerem vollendeten Abschaffung der StaSi ein Hauch von Studentenverbindungstum im Untergrund. Denn „das Haus“ der K.St.V. Abraxas-Rheinpreußen besteht aus einem Kellerstockwerk in einem Dresdner Altbau. Jedenfalls befindet sich dort die Bar und nochmal einen Kellergang weiter der große, sonst ungenutzte Kellerraum mit unverputzten Ziegelwänden in dem die Lesung stattfand. Mit reichlich Flaschbier und Kerzenbeleuchtung hatte das dann aber tatsächlich eine gewisse „verschwörerische Gemütlichkeit“. Weil das zu dieser Stimmung hübsch passte und weil es einen Südtiroler Fuxen in leicht hippiesquem Outfit zu bewundern gab, las ich ausnahmsweise auch aus dem Südtirol-Kapitel. Das muss dann den besagten Fuxen derart erregt haben, dass er sich – ohne weiteres Zutun meinerseits – nach der Lesung dermaßen hinrichtete, bis ihm nichts mehr anderes übrig blieb als ansatzlos dafür aber mitten im Satz auf die Theke zu pabsten. Ich fand das recht beeindruckend und möchte außerdem an dieser Stelle Paul grüßen.

Fortsetzung ohne Gegendemonstranten folgt…

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Über trinkzwang

Das Buch:          Männer-WG mit Trinkzwang    ab 02.07.2012 im Handel "Nenn mich gern weiter Burschi. Ich für meinen Teil bin Sängerschafter. Wir singen manchmal auch vor dem Saufen."        Über die Zimmersuche landete ich 1989 in einer Studentenverbindung. Eigentlich wollte ich nur sechs Wochen bleiben, doch es sieht inzwischen so aus, als würde ein ganzes Leben daraus. Denn auf dem Haus gab es nicht nur ein billiges Zimmer, sondern auch immer etwas zu erleben - auch heute noch, wenn ich immer mal wieder da bin. Im Buch kommt viel Alkohol vor, zudem diverse Verbindungen unterschiedlicher Gattung, Trinkrituale, das Fechten, die Frage nach Historismus, Chauvinismus oder harmlosem "Trachtenverein", seltsame Typen, eine vernachlässigte Freundin, ein paar andere Frauen, ein Revoluzzer, die Uni, einige Kneipen, eine jamaikanische Gottheit, die Bands "Minor Threat" und "Fuck No!" und ein sehr schöner Baum.
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