Delfinkröten und anderer Kram zwingen zur Zusammenfassung

Wichtige Aufgaben wie das Verfassen eines Textes mit dem Titel „Delfinkröten“ (ein Wort zu dem selbst Google wenig weiß) und anderer Kram haben mich mal wieder viel zu lange vom Bloggen abgehalten. Inzwischen ist sowas von Pulleralarm ausgebrochen, weil doch schon wieder ein Monat Lesungen ins Land gezogen ist, dass ich jetzt Themen zusammenfassen muss. „Delfinkröten“ sind ab hier auch schon fertig behandelt. Mehr dazu gibt’s am Donnerstag bei der Lesebühne in Heidelberg.

Bevor ich zu den weiteren Reise- und Leseberichten voller unglaublicher Skandale, Einhörner, Bierjungen, Delfinkröten, finsterer Verliese, Füxe und sonstiger Fabelwesen komme, muss ich aber nochmal kurz darauf aufmerksam machen, dass „Männer-WG mit Trinkzwang“ in die zweite Halbzeit gegangen ist, einen Nachschlag bekommen hat,  durch unglaubliche Metamorphose zu einem noch besseren Buch geworden ist. Jedenfalls zu einem korrekteren. Denn seit einigen Wochen gibt es eine zweite korrigierte Auflage. Sammler also aufgepasst: Erstauflage ist bald aus!


Was ist denn da nun alles korrigiert, fragt man sich. Nun, junger Jedi, Gemach! Es folgt sogleich die Liste der schweren und minder schweren Patzer des Originals:

  • Gläser lehrt man nichts, man leert sie.
  • Die Jenaer Urburschenschaft ist heutzutage nicht irgendwas bestimmtes nicht oder doch, sondern hat sich quasi gevierteilt, um alles Mögliche sein zu können.
  • Du sollst Eckgermanen nicht mit Straßengermanen verwechseln!
  • Den Jägersmann bedeckt eher Reif als Reis.
  • Beim Ehrengang müssen sogar Sekundanten gerade stehen.
  • Ob die Persönliche Contrahage ehrenreinigend ist, also Duellcharakter hat, darüber scheiden sich die Geister. Jedenfalls aber hat sie einen „ah“-Effekt, der mir phonetisch durch die Lappen ging.
  • Und das Beste zum Schluss: meine Freundin Natascha wohnte zwar damals vorübergehend auf dem Haus des VDSt, trotzdem nimmt dieser noch lange keine Frauen auf.

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Die ersten, die sich möglicherweise nicht mehr an diesen Schnitzern erfreuen werden können, sind die Waffenbrüder der Landsmannschaft Concordia Chemnitz zu Ulm. Denn Mitte Oktober – spitzen Überleitung! – könnte ich Auflage zwei schon im Gepäck gehabt haben, als ich zu deren Begrüßungsabend des Stiftungsfestes anreiste.
Mir war vorher gar nicht klar, dass Ulm genau wie Konstanz eine Universitätsgründung der Spätsechziger ist und somit kaum Korporationen ansässig sind. Erwartet man bei alten Städten mit großen alten Kirchen irgendwie anders. Dass der Landser und der Sänger an sich meist gut miteinander klar kommen, verhielt sich hingegen erwartungskonform. Nur hab ich selten erlebt, dass ich irgendwo so überhaupt gar nicht allein trinken konnte. Schöne Sache ja eigentlich, wenn sofort der ganze Tisch zum Glas greift, sobald man selbst das tut. Aber bei Concordia schafft man’s wirklich nicht ein einziges Mal über so einen Abend, sich kurz die Lippen zu befeuchten, ohne dass jeder in Sichtweite mitzieht. Das war dann schon fast wieder anstrengend.
Nach lecker Essen im „König Wilhelm“ und hübscher Lesung lernte ich dann noch vom einzigen anwesenden Pfälzer (!) in Ulm (!!), wie man Ausgehuniform der Marine (!!?) zum Couleur trägt und dass die BW auch dafür tatsächlich eine Vorschrift hat. Nach der ganzen Rudeltrinkerei musste ich in Sachen „noch aufs Haus“ dann leider passen. Der Absacker mit den Alten Herren der Concordia an der nicht rauch- dafür aber anscheinend sperrstundenfreien Hotelbar schien meinem Alter und meinem chronischen Schlafmangel an diesem Abend angemessener.

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Über trinkzwang

Das Buch:          Männer-WG mit Trinkzwang    ab 02.07.2012 im Handel "Nenn mich gern weiter Burschi. Ich für meinen Teil bin Sängerschafter. Wir singen manchmal auch vor dem Saufen."        Über die Zimmersuche landete ich 1989 in einer Studentenverbindung. Eigentlich wollte ich nur sechs Wochen bleiben, doch es sieht inzwischen so aus, als würde ein ganzes Leben daraus. Denn auf dem Haus gab es nicht nur ein billiges Zimmer, sondern auch immer etwas zu erleben - auch heute noch, wenn ich immer mal wieder da bin. Im Buch kommt viel Alkohol vor, zudem diverse Verbindungen unterschiedlicher Gattung, Trinkrituale, das Fechten, die Frage nach Historismus, Chauvinismus oder harmlosem "Trachtenverein", seltsame Typen, eine vernachlässigte Freundin, ein paar andere Frauen, ein Revoluzzer, die Uni, einige Kneipen, eine jamaikanische Gottheit, die Bands "Minor Threat" und "Fuck No!" und ein sehr schöner Baum.
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