Tot überm Zaun hängen

Keine ordentlichen Vietnamesen aber eine eigene Quadriga

Keine ordentlichen Vietnamesen aber eine eigene Quadriga

…wollte ich in Braunschweig nicht, habe ich immer gesagt. Dabei war ich das letzte Mal vor über dreißig Jahren in Braunschweig. Aber neben Kassel und Eberswalde war diese Stadt für mich schon lange das Synonym für „aufregend wie eine Tupperschüssel“. Jetzt war ich Ende Mai mal wieder da und, oh Wunder, es war eigentlich ganz nett. Zwar muss ich sagen, dass das halbschnelle vietnamesische Essen in Berlin (B) auf jeden Fall besser ist als in BS, aber immerhin gibt es überhaupt halbschnelles vietnamesisches Essen. Das ist viel wert, weil halbschnelles vietnamesisches Essen am Mittag eines durchschnittlichen Katertages nach ausgefallenem Frühstück eine ganz feine Sache ist. Mindestens durchschnittliche Katertage bleiben nämlich nicht aus, wenn man erst bei Sängers zum Begrüßungsabend des Stiftungsfestes liest und dann noch das halbe Programm der Cartell-Versammlung schmeißen muss.

In BS ist es vor allem fast egal, ob man gerade bei Sängers, Turners, CVens oder Buxens ist. Es leben nämlich alle quasi in aneinanderhängende Reihenhäusern direkt neben der Uni. Quasi… Jedenfalls hat man alle miteinander binnen fünf Minuten Fußweg (insgesamt, nicht pro Hauswechsel) abgeklappert – Trinkzeit nicht eingerechnet. Da auch die Aula, das Haus der Wissenschaft direkt gegenüber von eigentlich allen liegt, macht das dann auch nix, wenn man dort den ersten korporierten und sehr gut besuchten Science Slam bei der Cartell-Versammlung moderiert. Man kann in 20 Minuten Pause locker eine Wurst bei den Niedersachsen essen gehen und ein Bier bei den Sängern trinken, bevor dann Lesung ist.

Obzwar Braunschweig in meiner Rangliste weiterhin knapp hinter Berlin, Barcelona und San Francisco zurück bleibt, muss ich sagen, dass es sich dort mit bunter Mütze an einem Wochenende, an dem irgendwie alle gerade Stiftungsfest oder sonstwas haben, sehr lustig lebt.

Aber zwischen solchen Wochenenden würde man in BS auch heute nicht tot überm Zaun hängen wollen, vermute ich.

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Über trinkzwang

Das Buch:          Männer-WG mit Trinkzwang    ab 02.07.2012 im Handel "Nenn mich gern weiter Burschi. Ich für meinen Teil bin Sängerschafter. Wir singen manchmal auch vor dem Saufen."        Über die Zimmersuche landete ich 1989 in einer Studentenverbindung. Eigentlich wollte ich nur sechs Wochen bleiben, doch es sieht inzwischen so aus, als würde ein ganzes Leben daraus. Denn auf dem Haus gab es nicht nur ein billiges Zimmer, sondern auch immer etwas zu erleben - auch heute noch, wenn ich immer mal wieder da bin. Im Buch kommt viel Alkohol vor, zudem diverse Verbindungen unterschiedlicher Gattung, Trinkrituale, das Fechten, die Frage nach Historismus, Chauvinismus oder harmlosem "Trachtenverein", seltsame Typen, eine vernachlässigte Freundin, ein paar andere Frauen, ein Revoluzzer, die Uni, einige Kneipen, eine jamaikanische Gottheit, die Bands "Minor Threat" und "Fuck No!" und ein sehr schöner Baum.
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