Koks, Nutten und Champagner

Geologisches Institut Freiburg

Geologisches Institut Freiburg

Verdammte Axt, bin ich schreibfaul in letzter Zeit. Irgendwie liegen mir die knapp dreihundert Seiten von vor knapp einem Jahr doch noch recht schwer auf beiden Gehirnhälften, scheint mir. Dabei war ich doch schon Ende November in Freiburg und letzte Woche in Siegen zum Vorlesen. Eigentlich wollte ich doch darüber immer berichten und jetzt ist schon kurz vor Weltuntergang. Aber da ich auch vergessen habe, das übliche Kurz-vor-Weltuntergangs-Gedeck – also Koks, Nutten und Champagner – zu bestellen, schreib ich jetzt halt noch eben was…

 

 

Geologisches Institut Freiburg 02

So was gab’s früher nicht

In Freiburg war’s natürlich hübsch, war ja auch ein Heimspiel. Wie das so ist, nimmt der eigene Laden allerdings am wenigsten Notiz davon, wenn man da ist. Möchte kaum sagen, wie wenig… (Liebe Bundesbrüder, bei den Currys, den Landsern, den anderen Sängern und sogar bei den Buxen gab’s Whisky, Schnaps oder Wein als Andenken. Aber Ihr habt ja recht, Euch kenne ich ja gut genug. Was brauch‘ ich da ein Andenken?) Abgesehen davon war’s aber wirklich ein lustiger Abend. Um 2 oder 3 Uhr morgens, als die jungen Wilden noch auf Couleurbummel los zogen, hab ich mich dann allerdings ausgeklinkt. Ich hatte gar keine Ambitionen mal wieder auf Tischplatten oder in Zeitungsrohre zu kotzen – und auch keine, mich nach drei Stunden Schlaf ins Auto zu setzen. Man ist eben doch eine alte, gebeugte Gestalt ohne echten Spaß (Saufen) im Leben geworden und überlässt den Leistungssport (Saufen) doch gerne den Jüngeren (Säufern), die in dieser Nacht sicher noch manch netten Plausch (Saufen) mit einigen netten Farben-, (Suff-) und Waffenbrüdern (auch Säufer) hatten. Dafür war ich am nächsten Tag fit genug, um mich noch eben von echoFM, dem Freiburger Campus-Radiosender, interviewen zu lassen und die spektakulären Umbauten des Geologischen Institutes kurz zu bestaunen. Leider waren die Inkarnationen Matzes am Institut genauso wenig zu finden wie abends zuvor bei der Lesung.

 

Siegen

In Siegen liegt ganzjährig Schnee

In Siegen (was ist schlimmer als Verlieren?) hingegen ist man vor Problemen wie Couleurbummel weitestgehend sicher. Je nach Zählung gibt es dort zwei oder drei Korporationen, es liegt ganzjährig Schnee und die Straßen zu den anderen Häusern sind steil und rutschig. Praktisch ist aber, dass weite Teile Siegens mit Ausfallsstraßen auf Betonpfeilern überdacht sind. Man wird also vom ebenfalls ganzjährigen Regen (seltsam, wo doch auch ganzjährig Schnee liegt…) nicht gar so nass.

Siegen...

Siegen…

Bei der niemals-DB Burschenschaft Sigambria et Alemannia zu Siegen war’s aber dann ein durchaus feuchtfröhlicher Abend, auch wenn das Haus dieser erst 1952 geründeten Korporation leider ganz gut zum Rest von Siegen passt. Entschädigt wurde ich (natürlich nicht nur) durch die Anwesenheit von Edi mit dem Antifa-Button, den ausgerechnet ein deutlich betont patriotischer Waffenbruder eingeladen hatte und der noch einen weiteren eindeutigen Nicht-Korporierten dabei hatte, der, wie sich herausstellte, am selben Tag geboren wurde wie ich. Edi konnte zwar leider der Lesung nur sporadisch beiwohnen, weil er doch sehr mit Rauchen an der Theke beschäftigt war, aber er hätte einen tollen Matze abgegeben – nicht zuletzt weil er im Pegel der sprichwörtlichen Haubitze schon früh am Abend sehr nah kam. Ansonsten weiß ich gar nicht mehr genau, was er so von sich gab. Aber er war da – und zwar nicht zum Steine oder Farbbeutel werfen – und er war gut drauf. Das fand ich gut. Das macht Hoffnung. Menschen, die auch mal „bei den Anderen“ rein schauen machen Hoffnung.

Nur Koks, Nutten und Champagner, die gab’s auch in Siegen nicht. Obwohl ja auch da der Weltuntergang nur noch acht Tage hin war. Aber zum Frühstück gab’s Kaffee und Schnittchen – auch was wert.

Advertisements

Über trinkzwang

Das Buch:          Männer-WG mit Trinkzwang    ab 02.07.2012 im Handel "Nenn mich gern weiter Burschi. Ich für meinen Teil bin Sängerschafter. Wir singen manchmal auch vor dem Saufen."        Über die Zimmersuche landete ich 1989 in einer Studentenverbindung. Eigentlich wollte ich nur sechs Wochen bleiben, doch es sieht inzwischen so aus, als würde ein ganzes Leben daraus. Denn auf dem Haus gab es nicht nur ein billiges Zimmer, sondern auch immer etwas zu erleben - auch heute noch, wenn ich immer mal wieder da bin. Im Buch kommt viel Alkohol vor, zudem diverse Verbindungen unterschiedlicher Gattung, Trinkrituale, das Fechten, die Frage nach Historismus, Chauvinismus oder harmlosem "Trachtenverein", seltsame Typen, eine vernachlässigte Freundin, ein paar andere Frauen, ein Revoluzzer, die Uni, einige Kneipen, eine jamaikanische Gottheit, die Bands "Minor Threat" und "Fuck No!" und ein sehr schöner Baum.
Dieser Beitrag wurde unter Was so passiert abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s