So ein Unsinn – Richtigstellung eines inhaltlichen Fehlers

Im Gegensatz zu den gelegentlich hier veröffentlichten Outtakes, den Passagen, die es nicht ins Buch geschafft haben, schaffen es auch immer mal Aussagen in ein Buch, die so nicht richtig sind. Ganz arg viele können das in Männer-WG mit Trinkzwang zum Glück nicht sein, denn größtenteils erzählt es die Geschichte von ein paar Menschen, von der nur ich weiß, was daran wahr und was erstunken und erlogen ist. Allerdings versuche ich bekanntlich auch, einige Begriffe, Konzepte, Sitten und Gebräuche der „Mützenstudenten“ ein wenig zu erklären – mal mehr, mal weniger ernsthaft. Aber auch das passiert oft so subjektiv oder von meiner persönlichen Meinung geprägt, dass „richtig oder falsch“ meistens nicht die geeigneten Bewertungsoptionen sind. An anderen Stellen berichtet das Buch aber auch über Ereignisse aus der realen, nicht fiktionalen Welt und/oder erläutert Begriffe und Tatsachen aus der „Mützenwelt“ möglichst objektiv.
An einer dieser Stellen hat ein freundlicher früher Leser des Werkes (in einer Nacht durchgelesen – so muss das sein!) mir einen Fehler aufgezeigt, der mir sehr peinlich ist und den ich hier richtigstellen möchte.

Auf Seite 264 lungert eine Fußnote herum, die unter anderem folgenden Text enthält:

„…Manchmal gibt es aber noch die wirklich außerordentlichen und vor allem außergesetzlichen Fälle von PCs (Persönliche Contrage, also Duelle aus Ehrengründen) und PPs (…“


Und schon höre ich alle schlagenden Verbindungsstudenten schreien, denn, ja, da habe ich wohl was verwechselt. Denn das BGH-Urteil von 1953 erlaubt die Mensur, verbietet das klassische Duell zur Austragung von „Ehrenhändel“, aber darunter fallen PCs und PPs eben NICHT. Und außerdem – ich danke den Kommentatoren – heißt es natürlich „Contrahage“ und nicht „Contrage“.
Konsequenz? Wenn alle da draußen möglichst viele Bücher kaufen, dann kann ich das in der zweiten Auflage berichtigen 😉
 

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Über trinkzwang

Das Buch:          Männer-WG mit Trinkzwang    ab 02.07.2012 im Handel "Nenn mich gern weiter Burschi. Ich für meinen Teil bin Sängerschafter. Wir singen manchmal auch vor dem Saufen."        Über die Zimmersuche landete ich 1989 in einer Studentenverbindung. Eigentlich wollte ich nur sechs Wochen bleiben, doch es sieht inzwischen so aus, als würde ein ganzes Leben daraus. Denn auf dem Haus gab es nicht nur ein billiges Zimmer, sondern auch immer etwas zu erleben - auch heute noch, wenn ich immer mal wieder da bin. Im Buch kommt viel Alkohol vor, zudem diverse Verbindungen unterschiedlicher Gattung, Trinkrituale, das Fechten, die Frage nach Historismus, Chauvinismus oder harmlosem "Trachtenverein", seltsame Typen, eine vernachlässigte Freundin, ein paar andere Frauen, ein Revoluzzer, die Uni, einige Kneipen, eine jamaikanische Gottheit, die Bands "Minor Threat" und "Fuck No!" und ein sehr schöner Baum.
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10 Antworten zu So ein Unsinn – Richtigstellung eines inhaltlichen Fehlers

  1. Oliver schreibt:

    Nebenbei: Heißt es „Contrage“ oder „Contrahage“? Mir selbst ist nur Letzeres bekannt. MdbW.

    • trinkzwang schreibt:

      „Contrahage“ ist natürlich richtig. Da hab ich dann zum Glück den inhaltlichen und den orthographischen Fehler gleich in einem Aufwasch erledigt.

  2. Filou schreibt:

    und außerdem heißt’s „Contrahage“, aber für Details interessierst Du Dich ja eh ned, oder?

    • trinkzwang schreibt:

      “Contrahage” ist natürlich richtig. Siehe Antwort an Oliver.

      In Sachen Details:
      Doch, doch, die interessieren mich sehr wohl. Bin sogar bekennender Klugscheißer – das funktioniert ohne Details sehr, sehr schlecht. Ich freue mich auch – ganz ohne Ironie und Gepiesel – immer, wenn diese Leidenschaft jemand teilt und mich auf Details hinweist. Auf der anderen Seite aber steht bei so einem Buch immer die Frage, wie interessant welche Details für welche Leser sind. „Contrahage“ hätte ich richtig schreiben können, ohne irgednwen damit zu langweilen, richtig, und es ist mir auch peinlich, dass ich nur Google hätte bemühen müssen, um das „h“ darin für richtig zu befinden. Ansonsten aber erhebt „Männer-WG mit Trinkzwang“ in keinster Weise den Anspruch, das Verbindungswesen ausschöpfend und im Detail zu erklären oder gar lexikalisch zu erfassen. Die Geschichte, die es erzählt, spielt aber großteils in dieser Welt und erläutert alles, was nötig ist und vielleicht ein klein bisschen mehr. Dadurch bleibt es, hoffe ich, auch für Nicht-Korporierte unterhaltsam lesbar.

      In Sachen „H“:
      Da das „h“ meines Wissens auf die Phonetik des Wortes keinerlei Einfluss hat und es rein logisch nach meinem Verständnis ducrhaus auch „Contrage“ heißen könnte, würde mich nunmehr die genaue Etymologie des Wortes interessieren – woher hat es das „h“? Hast Du dazu auch noch was, Filou?

      • Oliver schreibt:

        Auf die phonetische Realisierung hat das „h“ in der Tat keine Auswirkung. Es hat sich da eingeschlichen, da „Contrahage“ ein Pseudofrankophonismus von „kontrahieren“ ist. Man wollte damals wohl weltmännisch wirken. MdbW!

      • trinkzwang schreibt:

        Wie dumm von mir.Kontrahieren ist natürlich auch klar. Ich hätte nur damals das H in der Version Contrage weggelassen. Aber die haben mich ja mal wieder nicht gefragt… 😉
        Apropos: mein Nachname spricht sich nicht französisch aus.

  3. Julian Bayer schreibt:

    Und ich dachte Contrage sei ein Neologismus. Contrage = Hohage kontrahieren.

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