Sie scheinen mich zu verwechseln!

Schönes Bild aus dem WebKaum lässt man sich von der EM und einer antinationalistischen Broschüre dazu verleiten, einen Beitrag über den Aufruf zum Fahnenklau zu schreiben, hat man zwei bis drei neue „Freundeskreise“. Zum einen folgen mir bei Twitter plötzlich die Betreiber von Shoa.de – Zukunft braucht Erinnerung und der Piratenbot, zum anderen bekomme ich Kommentare und e-Post von anderen Bloggern, die mich für einen Gesinnungsgenossen der intellektuellen Rechten zu halten scheinen oder die ich zumindest für solche halte. Beweggründe dieser unterschiedlichen Seiten mal dahingestellt – was soll denn das??

Was steht denn da für eine beknackte, veraltete Lagerdenke dahinter? Bei denen. Bei mir. Wir leben nicht mehr in einer Zwei-Block-Welt. Wir leben auf einem hochdiversen Planeten mit immer mehr gleichberechtigten politischen Kräften, religiösen Ansichten und gesellschaftlichen Strömungen. Die Menschen in so einer Welt werden auf erfreuliche und spannende Art unvorhersagbar. Solche, von denen man nur eine Meinung zu kennen braucht und somit all ihre anderen Meinungen und Positionen auch kennt, sind mir zuwider – egal auf welcher Seite egal welches Fragenkomplexes. Wenn jemand Beispiele möchte, was für Ansichten man so alles in einem Menschen vereinigen kann, soll sie/er mich gerne fragen, dann blogge ich da noch so einiges zu.

Das Schlimmste aber ist, dass es um solche Fragen in „Männer-WG mit Trinkzwang“ gar nicht geht – oder jedenfalls nur sehr, sehr nebenbei. Hier geht es eher um die konsequente Fortsetzung einer Trinkerjugend, die nicht erst in der Studentenverbindung begann. Hier geht es auch darum, dass man die pflichttrinkenden Männer-WGs durchaus kritisch hinterfragen kann – aber eben nicht ständig und einzig, weil es unter ihnen ein paar veraltete Blockdenker im falschen Block gibt. Hier wird Geschichte und politisch aktuelles zwar angerissen und es fließt in die Diskussionen zwischen dem Ich-Erzähler und einem gewissen Matze ein, aber da ich kein Historiker, Sozio- oder Politologe bin, wäre es vermessen, hier in die Tiefe gehen zu wollen.

„Männer-WG mit Trinkzwang“ ist ein subjektiver Erfahrungsbericht, der ziemlich nahe an die Romanform heran kommt und beim Lesen Spaß machen soll. Andere, oben benannte Themen werden darin behandelt, weil sie eben auch zum Erlebten gehören – nicht, weil sie in der Tiefe erörtert oder gar enthüllt werden sollen. Umso mehr freut es mich übrigens, dass sich gerade ein reger Kontakt mit dem Autor von „Quo vadis, Buxe?“ anbahnt. Das ist ein schönes Kontrastprogramm, da geht es um Enthüllungen und sogar um juristisch relevantes Material – aus der Deutschen Burschenschaft. Dem hält „Männer-WG mit Trinkzwang“ entgegen, dass man(n) und manchmal sogar frau eben auch in Verbindungen sein kann, die keine Burschenschaften sind, und dass das manchmal sogar Spaß machen kann, wenn man richtig damit umgeht…

Aber das gilt ja letzten Endes auch für Drogen, Kite-Surfen, Alkohol, Fußball, Medikamente, das Leben an sich, Männer, Frauen, Autos, Motorräder und fast alle Sprachen dieser Welt – oder?

Advertisements

Über trinkzwang

Das Buch:          Männer-WG mit Trinkzwang    ab 02.07.2012 im Handel "Nenn mich gern weiter Burschi. Ich für meinen Teil bin Sängerschafter. Wir singen manchmal auch vor dem Saufen."        Über die Zimmersuche landete ich 1989 in einer Studentenverbindung. Eigentlich wollte ich nur sechs Wochen bleiben, doch es sieht inzwischen so aus, als würde ein ganzes Leben daraus. Denn auf dem Haus gab es nicht nur ein billiges Zimmer, sondern auch immer etwas zu erleben - auch heute noch, wenn ich immer mal wieder da bin. Im Buch kommt viel Alkohol vor, zudem diverse Verbindungen unterschiedlicher Gattung, Trinkrituale, das Fechten, die Frage nach Historismus, Chauvinismus oder harmlosem "Trachtenverein", seltsame Typen, eine vernachlässigte Freundin, ein paar andere Frauen, ein Revoluzzer, die Uni, einige Kneipen, eine jamaikanische Gottheit, die Bands "Minor Threat" und "Fuck No!" und ein sehr schöner Baum.
Dieser Beitrag wurde unter Aus dem Buch, Was so passiert abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s