Und dann ausgerechnet der…

Am 30.05. hatte ich ja kurz gemeldet, dass bisher nur zwei Studentenverbindungs-Dachverbände auf meine Anfrage per E-Mail geantwortet haben, ob sie in ihren Publikationen etwas über „Männer-WG mit Trinkzwang“ bringen wollen. Und wer ist – ganz persönlich – einer der zwei Antwortenden? Ein Herr Norbert Weidner, der nicht erst seit den jüngsten Spiegel-Artikeln über die Streitigkeiten in der Deutschen Burschenschaft eine sehr fragwürdige Figur ist. Und er antwortet mit den kurzen Worten „wir machen gerne Werbung für Ihr Buch“, obwohl ich eigentlich gar nicht konkret nach „Werbung“ gefragt, wenngleich natürlich letzten Endes gemeint hatte. Das passt mir natürlich wunderbar in den Kram und ich schicke ihm die gewünschte hochauflösende Cover-Grafik. Und dann stelle ich fest, dass es in vielen Artikeln über den Rechtsextremismus in der DB um die Kreise um eben jenen Weidner geht, der Chefredakteur der Burschenschaftlichen Blätter ist und der namentlich zum Symbol des Zwistes in der DB wird. Siehe:
Deutscher Burschentag – Rechtsextreme gewinnen Machtkampf

Nun bin ich für meinen Teil (zum 148. Mal) kein Burschenschafter sondern Sängerschafter (Dachverband: DS). Von außen besehen mag sich das ähneln. Wenn man näher hin schaut allerdings gar nicht. Denn beispielsweise hat sich die Sängerschaft mit Verbandsbrüdern aus aller Herren Länder längst angefreundet, und ein Kai Ming Au würde in der DS zu keinerlei Diskussion führen. Vor zwanzig Jahren gab es zwar auch in der DS noch ein paar Vertreter von ethnischen Kriterien (oder auch: rassistischen) bei der Aufnahme, aber die meisten der Bünde, die dafür standen haben die DS verlassen. In der DB sieht es hingegen so aus, als müssten (wie schon einmal bei Gründung der neuenDB) die liberaleren Bünde das Feld räumen und die DB den Rechtsextremen überlassen. Sollte das so kommen, plädiere ich für eine offizielle Distanzierung der Deutschen Sängerschaft von einer Deutschen Burschenschaft, die ihren Weg in die falsche Richtung dann eindeutig selbst gewählt hat.

Aber das sind Fragen zwischen Dachverbänden, auf die ich als Nicht-Funktionär wenig Einfluss habe. Mich persönlich bewegt jetzt eher die Frage: soll ein Blatt, das von einem Mann mit eindeutigem Rechtsaußendrall im Lebenslauf geleitet wird, Werbung für mein Buch machen? Und zwar durch direkten Kontakt zu genau diesem besagten Herrn?
Meine Antwort ist: Ja, sollen sie, wenn sie das wollen. Denn „Männer-WG mit Trinkzwang“ ist eindeutig darin, dass es von irgendwelchen Rassengedanken nichts wissen will und darin, dass ich meine Verbindungswelt ganz anders erlebe – auch wenn ich diese Tendenzen bei anderen kennengelernt habe. „Männer-WG mit Trinkzwang“ nimmt das ganze Verbindungswesen nicht ernst genug, um vor den Karren von irgendetwas so Ernstem wie den in der DB anstehenden Fragen gespannt zu werden. Wenn also die Burschenschaftlichen Blätter Werbung für das Buch machen sollten, dann ist das zwar nicht ganz wie Werbung für die AntiFa in einer NPD-Zeitschrift – es wäre eher wie Werbung für Helge Schneider im Programm der Wagner-Festspiele (hinkender Vergleich, aber soll so viel heißen wie „macht auch Musik, nur eben ganz andere und nimmt sich selbst nicht halb so ernst wie jeder Einzelne der anderen Veranstaltung“).

Abgesehen davon habe ich hiermit ein paar Worte zum Thema geschrieben, die jeder zur Kenntnis nehmen kann. Und wenn Herr Weidner dadurch davon absehen sollte, für „Männer-WG mit Trinkzwang“ zu werben, dann sei’s drum.

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Über trinkzwang

Das Buch:          Männer-WG mit Trinkzwang    ab 02.07.2012 im Handel "Nenn mich gern weiter Burschi. Ich für meinen Teil bin Sängerschafter. Wir singen manchmal auch vor dem Saufen."        Über die Zimmersuche landete ich 1989 in einer Studentenverbindung. Eigentlich wollte ich nur sechs Wochen bleiben, doch es sieht inzwischen so aus, als würde ein ganzes Leben daraus. Denn auf dem Haus gab es nicht nur ein billiges Zimmer, sondern auch immer etwas zu erleben - auch heute noch, wenn ich immer mal wieder da bin. Im Buch kommt viel Alkohol vor, zudem diverse Verbindungen unterschiedlicher Gattung, Trinkrituale, das Fechten, die Frage nach Historismus, Chauvinismus oder harmlosem "Trachtenverein", seltsame Typen, eine vernachlässigte Freundin, ein paar andere Frauen, ein Revoluzzer, die Uni, einige Kneipen, eine jamaikanische Gottheit, die Bands "Minor Threat" und "Fuck No!" und ein sehr schöner Baum.
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